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Schöpferische Umgebung

fablab NeckarAlb und teamtraining eröffneten gemeinsame HighTech-Werkstatt

Tagsüber dient die Werkstatt an der Ulrichstraße 1 dem teamtraining als Lernlabor. Abends wird sie neuerdings zum „Fablab“, einer Art Herstellungslabor, das 3-D-Drucker, Lasercutter, computergesteuerte Fräse und Elektronikbausätze bereithält.

24.10.2015
  • Fred Keicher

Tübingen. Die „digitale Spaltung der Gesellschaft“ überwinden, das kann man auf viele verschiedene Weisen. Rolf Hirschbühl von teamtraining erzählt etwa von einem vom Europäischen Sozialfonds unterstützten Projekt, das ausdrücklich älteren Männern über fünfzig helfen soll, sich in einer digitalen Berufswelt zurechtzufinden.

Robin Broadfoot, ein Kümmerer vom fablab-Verein dagegen will mit seinem Lernladen Bildungsferne an die MINT-Fächer heranführen. MINT: Diese Abkürzung steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Mit dem ein paar Quadratmeter Stellfläche beanspruchenden Lasercutter schneidet er gerade Tabletthalter aus Multiplexholz und Acrylglas aus. Jugendliche können versuchen, damit ein Longboard zu bauen. Pizzaschneiden ginge mit dem Lasercutter auch. „Das habe ich aber ausdrücklich verboten.“

Den Verein gibt es in Tübingen seit etwa anderthalb Jahren, den nächsten gibt es in Stuttgart. Dann muss man aber weit gehen, nach Nürnberg oder gar nach Berlin. An der Planung und Einrichtung der Werkstatt an der Ulrichstraße werkelt man seit einem Jahr. Von „einem bisschen HighTech-Arbeit abends“ schwärmt fablab-Vorstand Timo Duffner. Inspirieren lassen möchte er sich auch vom Experimentiergeist des MIT, dem legendären Massachusetts Institute of Technology. Teure Geräte für alle verfügbar zu machen, sei die Idee der Werkstatt, die auch Platz bereitstellt, den sich in Tübingen auch niemand leisten könne.

Die Grenzen von Beruf und Hobby, Arbeit und Kunst verschwinden in der Werkstatt, sagt Hannes Keller. Der Informatikstudent stellt Leuchtobjekte her. Eines ist eine Digitaluhr. „Ich könnte daraus auch eine Buchstabenuhr machen.“ In dem Objekt ist ein kleiner Computer eingebaut, ein Arduino. Der Open-Source-Computer lässt sich programmieren und wäre für diese Aufgabe ausreichend. Die Arbeitstiefe in der Werkstatt ist erstaunlich. Es wird nicht an der Oberfläche herumgedaddelt. Programme werden geschrieben und Platinen gelötet.

An einem 3-D-Drucker treffen wir Janina Hirdler und Paul Rosset. Gerade wurde eine Halterung für eine Platine ausgedruckt. Rosset ist Diplom-Informatiker, er kommt hobbymäßig nach der Arbeit vorbei. Hirdler hat gerade ihr Chemiestudium abgeschlossen. So ein 3-D-Drucker sei fast ein evolutionäres Geschöpf, dass sich selbst vervollkommnen könne. Das eigentliche Interesse der beiden gilt aber der CNC-Fräsmaschine. Hirdler möchte damit Intarsienarbeiten machen. Goswin von Brederlow hat Größeres mit der Computer-gesteuerten Fräse vor. Er druckt sich einen Bleistifthalter auf dem 3-D-Drucker aus. Damit die CNC-Fräse auch schreiben kann.

An 3-D-Druckern herrscht kein Mangel in der kleinen Werkstatt. Viele sind selber zusammengebaut. Thomas Welsch steht an einem, der etwa einen Meter dreißig hoch ist. Sein Druckkopf hängt an Stäben mit Magnetkugel. „Dieser Drucker ist gut geeignet für hohe Objekte“, sagt Welsch. Alle Objekte kommen auf einer runden Spiegelfläche mit etwa 40 Zentimetern Durchmesser zu stehen. Es ist ein einfacher und billiger Garderoben- oder Badspiegel. „Gerade Glasflächen sind sehr teuer“, erklärte Welsch. „Bei einem Spiegel kann man auch leicht prüfen, ob er ganz plan ist. Das Spiegelbild ist sonst verzerrt. Ein Spiegel reflektiert auch die Wärme besser.“

Thomas Welsch hat im April ein Start-up-Unternehmen gegründet. Es soll Dosierpumpen für Vitamine, Proteine und Mineralien produzieren, die sich der Verbraucher auf Regal stellen kann. Die Prototypen dafür produziert er an den 3-D-Druckern der fablab-Werkstatt in rotem Kunststoff, später sollen die Teile mal weiß sein. „Das fablab ist unheimlich hilfreich für Start-ups“, sagte er. „Hier finde ich ein tiefes Wissen in Elektronik und sehr gute Sparring-Partner für Diskussionen.“

Info Wer sich etwas auskennt, kann die Geräte im Fablab kostenlos nutzen. Voraussetzung ist lediglich eine Mitgliedschaft im Fablab-Trägerverein, die zehn Euro pro Monat kostet.

fablab NeckarAlb und teamtraining eröffneten gemeinsame HighTech-Werkstatt
Bei der Eröffnung des fablabs NeckarAlb: Janina Hirdler vor einem 3D-Drucker, der Halterungen für Platinen herstellt. Bild: Erich Sommer

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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