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Zwischenruf: Flüchtling des Jahres

12.12.2015
  • HELMUT PUSCH

Vor zwei Jahren war es die "GroKo", 2014 die "Lichtgrenze". Heuer hat die Gesellschaft für deutsche Sprache "Flüchtlinge" zum Wort des Jahres gekürt. Keine Neuschöpfung, sondern ein Wort, das den gesellschaftlichen Diskurs derzeit wie kein zweites dominiert - und völlig charmefrei ist.

Mehr noch: Die Sprachpfleger monieren in ihrer Begründung den Beigeschmack des Wortes, da es mit dem Suffix "-ling" gebildet werde, das für sprachsensible Ohren "tendenziell abschätzig" klinge. Analoge Bildungen wie "Eindringling" oder "Schreiberling" seien negativ konnotiert oder zeichneten sich wie im Fall von "Prüfling" oder "Schützling" durch eine passive Komponente aus. "Neuerdings ist daher öfters alternativ von ,Geflüchteten die Rede. Ob sich dieser Ausdruck im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten", schreiben die Sprachpfleger. Aber es bleibt auch zu fragen, ob dieser Sprachaktivismus denn überhaupt wünschenswert ist.

Erinnern wir uns: Als Ende des Zweiten Weltkriegs Millionen auf der Flucht vor der Roten Armee waren, als die Deutschen aus Südosteuropa vertrieben wurden, waren das auch Flüchtlinge. Und negativ konnotiert war der Begriff Flüchtling damals auch, schließlich kamen Menschen, die nur das, was sie am Leib trugen, gerettet hatten. Denen musste ein angemessener Wohnort zugeteilt werden. Die Neuankömmlinge schlossen sich dann in Solidarvereinen zusammen, um sich beim Bau ihrer Siedlungen beizustehen.

Nur: Flüchtlinge heißen diese Menschen schon lange nicht mehr. Sie organisierten sich selbst als Vertriebene. Eigentlich auch kein schlechtes Wort für Menschen, die zu uns kommen, weil sie von Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben werden.

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12.12.2015, 08:30 Uhr
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