Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Zwischen Exportsorgen und Konsumfreude
Die Wirtschaftsweisen (von links) Peter Bofinger, Lars Feld, Isabel Schnabel, Christoph Schmidt und Volker Wieland, posieren vor der Pressekonferenz. Foto: dpa
Wird die Wirtschaft in Deutschland weiter wachsen? - Was dafür und was dagegen spricht

Zwischen Exportsorgen und Konsumfreude

Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich eingetrübt - vor allem China fällt als Wachstumsmotor vorerst aus. Das hat Folgen für die deutsche Konjunktur. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

24.03.2016
  • DPA

Frankfurt. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland verliert nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen wegen der Abkühlung in China und anderen Exportmärkten etwas an Tempo. Der Sachverständigenrat korrigierte gestern seine Prognose für dieses Jahr von 1,6 auf 1,5 Prozent nach unten. Auf dem Arbeitsmarkt wird sich der Flüchtlingszustrom erst im kommenden Jahr stärker bemerkbar machen. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Jobsucher nur leicht auf etwas über 2,8 Mio. steigen. 2017 könnte sie sich der 3-Millionen-Marke annähern.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die Wirtschaft zum Jahresanfang gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent gewachsen. Dieses hohe Tempo werde sie aber "im weiteren Jahresverlauf nicht ganz halten können". Am Laufen gehalten wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen vor allem durch die Konsumfreude der Verbraucher.

Die Wirtschaftsweisen sehen die erweiterte Geldflut der Zentralbank mit Sorge. Sie setze die Profitabilität der Banken immer stärker unter Druck und mindere den Reformdruck in Europa. Die Gefahr einer gefährlichen Deflation - also einer Spirale sinkender Preise, die die Konjunktur abwürgen kann - sehen die Wirtschaftsweisen nicht.

Geringere Impulse für die exportorientierte deutsche Wirtschaft als noch im Herbst erwarten die Experten aus dem Ausland. Risiken für die Konjunktur sehen sie in der Wiedereinführung von Grenzkontrollen wegen des Flüchtlingszustrom. "Entscheidend ist die Dauer der Maßnahmen", sagte Ökonom Schmidt. Der volkswirtschaftliche Schaden lasse sich aber nicht beziffern, ebenso wenig wie ein möglicher Austritt Großbritanniens (Brexit) aus der Europäischen Union.

Für die künftige Konjunktur in Deutschland gibt es gute und schlechte Anzeichen:

CHANCEN

Arbeitsmarkt In keinem EU-Land ist die Arbeitslosigkeit derzeit so niedrig wie in Deutschland. Das entlastet die Sozialkassen und stärkt die Kauflaune der Verbraucher.

Inflation Die Verbraucherpreise in Deutschland sind niedrig, zuletzt sind sie gar nicht mehr gestiegen, im Euro-Raum sind sie sogar gesunken. Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank dürfte die Teuerungsrate in diesem Jahr insgesamt gering bleiben. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und kann den Konsum anschieben.

Spar-Zinsen Sparbuch und Co. werfen kaum noch etwas ab, deswegen geben viele Menschen ihr Geld lieber aus als es auf die hohe Kante zu legen.

Bauboom Baugeld ist günstig, Immobilien sind auch als Geldanlage gefragt. In den kommenden Jahren dürfte die Nachfrage weiter wachsen - allein schon wegen der starken Zuwanderung.

Ölpreise Zwar sind die Ölpreise zuletzt wieder etwas gestiegen, sie liegen aber immer noch weit entfernt von einstigen Höchstständen. Verbraucher profitieren beim Tanken und Heizen, die Industrie von niedrigeren Energiekosten.

Euro-Schwäche Exportunternehmen profitieren davon, dass Produkte "Made in Germany" auf dem Weltmarkt billiger wurden. Das kann die Nachfrage ankurbeln. Inzwischen hat die Gemeinschaftswährung wieder zugelegt.

RISIKEN

Schwächere Weltwirtschaft Wichtige Märkte für Produkte "Made in Germany" schwächeln. In China sind die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten vorerst vorbei.

Verunsicherung der Unternehmen Sie halten sich wegen der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft mit Investitionen zurück. Zuletzt hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft allerdings wieder etwas aufgehellt.

Ölpreisverfall Der Preisrückgang führt in manchen Branchen zu Umsatzeinbußen. Zudem zwingt er Förderländer und Ölunternehmen zu einem Sparkurs, was Folgen für die Weltkonjunktur und den deutschen Export haben kann.

Terror Er kann Unternehmen und Verbraucher verunsichern. Die Tourismusindustrie spürt dies bereits.

"Brexit" Die Briten sollen am 23. Juni darüber abstimmen, ob sie die Europäische Union verlassen wollen oder nicht. Für die EU steht viel auf dem Spiel, da sie ein wirtschaftliches und politisches Schwergewicht zu verlieren droht.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.03.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular