Zweirad aus dem Plaste-Spender

15.07.2020

Von ROLAND MÜLLER

Eine Ampel für Fahrradfahrer leuchtet grün. Foto: Marius Becker/dpa

Man muss es so hart sagen: Bisher war der ganze Hype ums 3D-Drucken hauptsächlich heiße Luft. Seit zehn Jahren erzählen uns Technik-Nerds, dass quasi schon übermorgen keiner mehr zum Einkaufen gehen muss, sondern jeder seine Kaffetasse, Zahnbürste oder Wohnzimmercouch einfach mal schnell aus dem Flüssigplastik-Spender kleckern lässt.

Wirklich durchgesetzt hat sich das bisher aber trotz aller Ankündigungen nicht – selbst Terroristen kaufen nach ersten Feldversuchen ihr Mordwerkzeug weiter beim Waffenhändler ihres Vertrauens, statt auf Plaste-Knarren zu setzen.

Doch man darf sich nicht täuschen: So langsam kommt Bewegung in die Sache. Erste Häuser aus der 3D-Presse stehen schon, in Israel druckt eine Firma vegane Schnitzel aus – und jetzt gibt es das erste E-Bike, das aus einem Stück thermoplastischer Kohlefaser gedruckt wird; ohne Schweißnähte oder Klebestellen. Das US-Startup Arevo geht mit seinem extraleichten „Superstrata“-Fahrrad gerade auf den Markt. Der Startpreis liegt bei 2800 Dollar; und wer seine Körpermaße angibt, kann sich das Zweirad sogar maßschneidern lassen. Könnte sein, dass die Technik-Nerds am Ende doch recht behalten.

Das Hauptproblem aller Radfahrer kann aber auch das Modell aus dem Drucker vorerst nicht lösen: Wem das Rad geklaut wird, der kann sich auch weiterhin nicht einfach schnell ein neues ausdrucken. Roland Müller

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Erstellt:
15. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
15. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2020, 06:00 Uhr

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