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Streit

Zweifel an Echtheit von Werken

„Zero“-Künstler soll durch Brand beschädigte Bilder anderer Künstler restauriert und als Originale verkauft haben.

19.11.2019

Von dpa

Der „Zero“-Künstler Heinz Mack vor einem Gemälde. Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf. 35 Jahre nach einem Brand im Haus des „Zero“-Künstlers Heinz Mack (88) entspinnt sich ein Krimi um einen Teil der Mack-Sammlung, die damals zu Schaden kam. Der ehemalige Kunstberater und verurteilte Millionenbetrüger Helge Achenbach enthüllte jetzt, dass er Mack Ende der Achtzigerjahre für 2,5 Millionen Mark rund 50 Werke abgekauft hatte – und dann Zweifel bekam. Die Werke seien teilweise neu bearbeitet oder retuschiert worden, so Achenbach. Macks Anwälte sprechen von „Restaurierungen“. Ihr Mandant habe das Geschäft mit Achenbach damals rückabgewickelt und die Arbeiten alle zerstört.

Der „Kölner Stadtanzeiger“ hatte den Fall vergangene Woche publik gemacht und den Verdacht aufgebracht, dass Mack die restaurierten Stücke als Originale in den Kunsthandel gebracht habe. Dem widersprach Macks Anwalt, Professor Jürgen Wilhelm, am Montag. Er teilte mit, dass die Werke „nicht in den Kunsthandel gebracht“ worden seien, „sondern der Händler Achenbach sie erworben hat.“ Laut Anwalt hatte Mack „vor über 30 Jahren einige leicht beschädigte Werke von Künstlerfreunden in enger Abstimmung mit zwei Restauratoren fachlich und mit seinem künstlerischen Können restauriert.“ Die Berufsrestauratoren hätten die Arbeiten „als fachlich bestens ausgeführt bezeichnet.“ Weil es nach dem Verkauf an Achenbach zu „Unstimmigkeiten“ gekommen sei, sei der Vertrag rückabgewickelt worden.

Achenbach sagte, Mack habe ihm die rund 50 Objekte 1988 oder 1989 zum Kauf angeboten: „Ich war erschlagen von der Schönheit dieser Arbeiten.“ Dabei seien Werke von Joseph Beuys, Piero Manzoni, Yves Klein und Lucio Fontana gewesen. Ein Restaurator habe nach Prüfung erklärt, dass die Kunstwerke neu bearbeitet oder retuschiert worden seien, so Achenbach. Er gab die Sammlung nach eigenen Angaben an Mack zurück, bekam die 2,5 Millionen Mark wieder und als Entschädigung „eine Skulptur von Hans Arp im Wert von rund einer Million Mark.“

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Erstellt:
19. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 06:00 Uhr

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