Alle Neune für vollen Klang

Zwei neue Glocken in der Stiftskirche ergänzen Geläut zum Glockenspiel

Ein Glockenspiel für die Stiftskirche – diese Idee gibt es bereits seit Jahren. Die Töne h und cis haben dafür bisher noch gefehlt: Gestern bekam die Kirche zwei neue Glocken, die die sieben vorhandenen ergänzen. Schon an Ostern soll das Glockenspiel dann zum ersten Mal zu hören sein.

02.04.2014

Von Sarah Rögele

Tübingen. Die Stiftskirche Tübingen hat jetzt ein Glockenspiel. Bisher bestand das Geläut der Kirche aus sieben Glocken, die bis zu 600 Jahre alt sind. Damit die Tonleiter komplett ist, kamen nun noch zwei Glocken hinzu: für die Töne h und cis. Am Montag wurden sie angeliefert und gestern 30 Meter im Turm hochgezogen.

Im Glockenstuhl ist jedoch kein Platz mehr für die beiden Neuen. Darum wurden sie daneben angebracht. Eine weitere Besonderheit der neuen Glocken ist, dass sie nicht schwingen können.

Über eine Tastatur können alle neun Glocken, alte und neue, mit Hämmern angeschlagen und so zum Klingen gebracht werden. Es ist außerdem auch möglich, Melodien zu speichern, sodass sie je nach Bedarf abgespielt werden können.

„Eigentlich müsste man in unserem Fall eher von einem Geläutspiel statt von einem Glockenspiel sprechen“, meint Pfarrer Karl-Theodor Kleinknecht. Denn anders als bei gewöhnlichen Glockenspielen, würde hier auch „das altehrwürdige Geläut“ mitgenutzt.

Die Idee für das Glockenspiel hatte Hans-Peter Braun, Erster Organist der Stiftskirche und Musikdirektor des Evangelischen Stifts, schon in der Silvesternacht 1999/2000. Damals spielten alle Glocken der Tübinger Innenstadtkirchen gemeinsam eine Melodie. Acht Jahre später wurde im Kirchengemeinderat ein Ausschuss gebildet, der das Projekt Glockenspiel schließlich genehmigte.

Seither wurden Spenden gesammelt und in Aktionen auf das Projekt aufmerksam gemacht. Dieses Projekt solle nicht aus Kirchensteuern finanziert werden, sondern allein aus freiwilligen Spenden von Leuten, denen das Projekt gefällt. „Vor etwa eineinhalb Jahren ging uns eine sehr große Spende zu“, erzählt Kleinknecht. Seither stehen 55 000 Euro für das Projekt zur Verfügung. Alle notwendigen Genehmigungen sind nun eingeholt und die neuen Glocken sind gegossen, sodass das Projekt nun umgesetzt werden kann.

„Für Hans-Peter Braun erfüllt sich ein Traum“, sagt Kleinknecht. Braun habe bereits über 50 Lieder zusammengetragen, die mit dem neuen Glockenspiel realisierbar wären. Das erste Mal soll das Glockenspiel an Ostern zu hören sein. „Christ ist erstanden“ wäre für diesen Anlass eine mögliche Melodie.

Auch an Weihnachten soll das Geläutspiel eingesetzt werden. Außerdem wäre es möglich, dem Mittagsgeläut immer eine kleine Melodie voranzustellen. So könne es zu einer Attraktion für die Touristen werden.

Durch das neue Glockenspiel werde aber nicht mehr geläutet als sonst, versichert Pfarrer Kleinknecht. Das normale Läuten werde einfach verkürzt, wenn das Glockenspiel eingesetzt wird.

Glockengießer Hubert Kossmann (rechts) brachte die beiden 380 und 350 Kilogramm schweren Glocken mit Unterstützung von Pfarrer Karl Theodor Kleinknecht (Mitte) und Mesner Rolf Kern (links) in die Stiftskirche.

Es geht aufwärts.

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Erstellt:
2. April 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
2. April 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 2. April 2014, 12:00 Uhr

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