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Diesel-Skandal und "Brexit"-Angst überschatten Genfer Autosalon

Zwei große Fragezeichen

Das Niveau vor der Finanzkrise ist noch nicht erreicht. Der europäische Automarkt zeigte sich zuletzt aber robust. Unklar ist, wie sich der drohende "Brexit" und die Diskussion um Diesel-Abgaswerte auswirken.

01.03.2016
  • SWP

Genf. Rund 5,3 Mio. Autos haben die deutschen Autokonzerne VW, BMW und Mercedes vergangenes Jahr in Europa verkauft - fast 1 Mio. mehr als in China und 4 Mio. mehr als in den USA. Der europäische Automarkt ist überraschend um 9 Prozent gewachsen, stärker als der chinesische oder amerikanische. Gute Vorzeichen also für den Genfer Autosalon, der an diesem Donnerstag eröffnet wird. Dabei steht die europäische Autoindustrie vor zwei großen Herausforderungen: dem drohenden Austritt Großbritanniens aus der EU ("Brexit") und der Diskussion um hohe Diesel-Abgaswerte.

Die Briten kaufen gern wieder teure Autos. Die deutschen Hersteller kommen laut Branchenverband VDA in Großbritannien auf einen Marktanteil von gut 52 Prozent. Der Anteil der Oberklasseautos dort ist laut Daimler doppelt so hoch wie in Frankreich oder Italien.

"Nach der Krise gibt es dort wieder eine gesunde Mittelschicht, die sich auch etwas gönnt", sagt Peter Fuß von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young (EY). "Großbritannien ist ein extrem wichtiger Automarkt und sehr, sehr wichtig für die Autobauer aus Deutschland."

Die zuletzt 5 bis 6 Prozent Wachstum würden sich zwar voraussichtlich nicht wiederholen. Aber es sei ein stabiler Markt. Ein Austritt Großbritanniens könnte die deutschen Hersteller hart treffen. "Umso wichtiger ist es, dass Großbritannien Mitglied der EU bleibt", betont VDA-Präsident Matthias Wissmann.

BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson sagte, er würde einen Austritt Großbritanniens "sehr bedauern". 2015 hat der Münchner Konzern dort fast drei Mal so viele Autos verkauft wie in Frankreich. Auch bei Audi schätzt man "die Premium-Affinität des britischen Marktes". Bei Daimler will man sich zu einem möglichen "Brexit" oder Verkaufszahlen nicht äußern.

"Ein ,Brexit würde alles verteuern", sagt Autoexperte Stefan Bratzel. Allerdings dürfte Großbritannien dann einen Status erhalten wie die Schweiz und sich über Verträge möglichst viel erhalten. Trotzdem ist klar: "Durch einen "Brexit" würden Handelshemmnisse aufgebaut - insbesondere Zölle mit entsprechenden Auswirkungen auf den Kauf der Produkte", sagt dagegen EY-Experte Fuß. "Umgehen könnten das die Hersteller nur durch lokale Produktion." BMW baut in England Modelle von Mini und Rolls-Royce, VW Bentleys.

Europas Automarkt ist angesichts von billigem Sprit und niedrigen Zinsen stark wie lange nicht. In Europa erwartet der Branchenverband im laufenden Jahr einen Absatzzuwachs von etwa 2 Prozent auf 14 Mio. Fahrzeuge. Ob das so bleibt, wird sich noch zeigen. "Subventionierter Diesel-Treibstoff in vielen europäischen Ländern und strengere Kohledioxid-Vorschriften haben einen regelrechten Diesel-Boom in Europa ausgelöst", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Der europäische Automarkt wird von VW mit einem Marktanteil von gut 24 Prozent klar dominiert. Die französischen Konzerne Peugeot Citroën und Renault kommen auf rund 10 Prozent, Ford und Opel 2015 auf je 7 Prozent. BMW lag mit 6,5 Prozent dazwischen, gefolgt von Fiat (6,2 Prozent) und Daimler (5,8 Prozent). Toyota, Nissan, Hyundai, Kia, Mazda, Honda, Mitsubishi, Suzuki kommen zusammen auf rund 20 Prozent.

In Europa wurden im vergangenen Jahr 13 Mio. Autos zugelassen - 2,5 Mio. davon allein in Großbritannien. Zum Vergleich: In Frankreich waren es 1,9 Mio., in Italien gerade mal 1,6 Mio. Fahrzeuge. Das Königreich ist für die deutschen Autobauer nach China, den USA und Deutschland der wichtigste Absatzmarkt. dpa

US-Umweltbehörde fordert Daten von Daimler

Abgaswerte Die US-Umweltbehörde EPA hat vom Stuttgarter Autobauer Daimler Informationen zu Abgaswerten gefordert. Das bestätigte ein Sprecher des Autobauers. Hintergrund ist eine kürzlich eingereichte Sammelklage in den USA wegen erhöhter Stickoxid-Ausstöße bei bestimmten Diesel-Modellen des Konzerns. Demnach liegen die Werte bei Temperaturen von unter zehn Grad Celsius deutlich über dem Grenzwert. „Wir halten die Sammelklage für unbegründet. Wir werden uns dagegen mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, sagte der Daimler-Sprecher. Eine Funktion, die die Abgasnachbehandlung unzulässig reduziere, werde in Fahrzeugen von Mercedes-Benz nicht verwendet. Es sei auch im eigenen Interesse, die Anfragen zu beantworten. Der Autobauer werde die Behörden bei ihren Prüfungen der Dieselemissionen unterstützen. dpa

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01.03.2016, 08:30 Uhr
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