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Entsetzen im Gericht

Zwei 20-Jährige sollen Schwangere bei lebendigem Leib verbrannt haben

Es ist ein bestialisches Verbrechen: Im Januar wird die schwangere Maria P. in einem Treptower Waldstück lebendig verbrannt. Nun steht der Vater ihres ebenfalls toten Kindes mit seinem Kumpel vor Gericht.

09.10.2015
  • MARIA NEUENDORFF

Berlin "Gehe nachher mit Eren Babysachen kaufen", schreibt Maria P. am Vormittag des 22. Januar ihrer Freundin. Die 19-Jährige ist voller Hoffnung, sich nach dreimonatiger Trennung mit ihrem Freund, von dem sie im achten Monat schwanger ist, doch noch zu versöhnen. Doch der plant eine Tat, die so abscheulich ist, dass später selbst hartgesottene Ermittler erschüttert sind. Nun sitzt Eren T., ein schmächtiger Mann, im Moabiter Gerichtsaal und schweigt.

Seinen Kumpel, der mitangeklagt ist, schaut er nicht an. Daniel M. ist bullig, die rotblonden Haare sind kurz geschoren, der Stiernacken tätowiert. Auch er hört regungslos zu, als der Staatsanwalt den Hergang der abscheulichen Tat verliest.

Gemeinsam sollen beide die arglose Berufsschülerin aus Hohenschönhausen am Abend in ein Waldstück in der Köllnischen Heide gelockt haben. Dort ist die Hochschwangere ihnen in der Dunkelheit und Einsamkeit wehrlos ausgeliefert. Laut Staatsanwaltschaft wird die junge Frau mit einem Teleskopschlagstock niedergeschlagen. Anschließend sticht ihr einer von beiden mit einem Brotmesser in Bauch und Flanke. Während einer Maria P. festhält, kippt der andere einen Kanister mit Benzin über das Mädchen und zündet es mit einem Feuerzeug an. "So dass das Opfer bei vollem Bewusstsein qualvoll verbrannte", sagte der Staatsanwalt.

Das fast vollständig ausgereifte Mädchen in ihrem Bauch stirbt ebenfalls. Die Ankläger gehen davon aus, dass Eren T. das Kind nicht gewollt habe und Maria deshalb sterben musste.

In den Vernehmungen sollen sich die beiden 20-Jährigen gegenseitig belastet haben. Dass es dadurch ein langer Indizienprozess werden könnte, schwante Beobachtern schon am ersten Verhandlungstag, als mehrere Zeugen aus dem Umfeld der Angeklagten langwierig vernommen wurden.

Darunter ein Freund und Nachbar von Daniel M.s Vater, der den Angeklagten seit der Geburt kennt und ihn gelegentlich bei sich arbeiten ließ. "Bei der Arbeit war er ruhig und freundlich. Aber was er auf der Straße machte, weiß ich nicht", erzählte der Chef eines Umzugsunternehmens. Von ihm liehen sich die beiden Angeklagten am Tattag auch einen Firmentransporter. "Daniel hatte gesagt, dass er sich von seiner Freundin Cindy getrennt hat und er ihre Sachen aus der Wohnung holen muss", erinnert sich der Zeuge. Doch als die Stunden vergehen, die jungen Männer ihn nach mehrmaligem Anrufen hinhalten und am Abend gar nicht mehr ans Telefon gehen, erstattet der 53-Jährige Anzeige. Als er die beiden danach kurz vor Mitternacht doch noch vor seiner Haustür mit dem Wagen antrifft, seien sie "blass wie Kerzenwachs" geworden. Der Autobesitzer erfuhr erst später, wozu sein Wagen missbraucht wurde.

Auch der Bruder von Daniels M. Freundin, aus deren Wohnung das Brotmesser stammen soll, wurde befragt. Der 19-Jährige bestätigte die Herkunft und berichtete, der Freund seiner Schwester habe ihm auch den Schlagstock gezeigt.

Von Eren T. selbst ergab der erste von insgesamt elf angesetzten Prozesstagen kein konkretes Bild. Der gebürtige Berliner mit türkischem Pass und ohne Berufsausbildung soll Maria P. zur Abtreibung gedrängt haben.

Zwei 20-Jährige sollen Schwangere bei lebendigem Leib verbrannt haben
Die beiden Angeklagten halten in Berlin in einem Gerichtssaal Mappen vor ihre Gesichter. Foto: dpa

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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