Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
WM-Skandal: Einer geht noch

Zwanziger sagt vor DFB-Ermittlern aus, Berater Radmann meldet sich zu Wort

Die dubiosen Geschichten rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erhalten im Tagesrhythmus neue Pointen. Wieder sprechen zwei Beteiligte, die viel wissen, am Ende jedoch ahnungslos sind.

30.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

Ulm Theo Zwanziger, so wirkt es, spricht in diesen Tagen mit jedem, bei dem er Gehör findet. Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes flimmert im Fernseher, er redet im Nachrichtenmagazin, in regionalen Postillen genauso wie in den bundesweiten Blättern auf dem Boulevard. Selbst über Nachrichtenagenturen lässt er seinen Erkenntnisse rund um die ins Zwielicht geratene Vergabe der Weltmeisterschaft des Jahres 2006 an Deutschland verbreiten. Die Auftritte gleichen sich. Zwanziger gibt den höchst moralischen Aufklärer, der viele Hintergründe kennt. Geht es um die eigene Rolle in diesem dubiosen Reigen, der den deutschen Fußball rund um den Globus in Verruf gebracht hat und nachhaltig zu beschädigen droht, bietet Zwanziger keine Angriffsfläche. Er behauptet, an dem in einigen Fällen nachweislich unlauteren Treiben unbeteiligt gewesen zu sein oder erst später davon erfahren zu haben.

Es gibt der Angelegenheit eine pikante Note, dass Zwanziger in dem relevanten Zeitraum als Schatzmeister des DFB, als das für die Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied des WM-Organisationskomitees und seit 2004 als DFB-Präsident in bedeutenden Rollen neben den unter Verdacht stehenden Spielmachern Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach fungierte. Am Mittwochabend stand Zwanziger den Ermittlern Rede und Antwort, die der DFB eingeschaltet hat, um Licht in die düstere Debatte zu bringen. "Ich habe dort alle meine Dokumente vorgelegt, meine Anmerkungen und meine Einschätzungen präsentiert", sagte Zwanziger. Zu dem Verbleib des im Zentrum der Ermittlungen stehenden Geldbetrags in Höhe von zehn Millionen Schweizer Franken, rund 6,7 Millionen Euro, die von dem früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus über den DFB und den Weltverband Fifa in dunklen Kanälen verschwunden sind, erlaubt er sich zumindest öffentlich keine konkreten Aussagen.

Überraschend meldete sich gestern Fedor Radmann zu Wort. "Ich könnte beim Leben meiner sechs Kinder beschwören, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass nicht ein Mensch von uns bestochen wurde. Ich gehe auch so weit: Keiner hat sich irgendwie bereichert", sagte Radmann, ebenfalls Mitglied des WM-Organisationskomitees und langjähriger Freund Beckenbauers, der Wochenzeitung Die Zeit. Die WM-Affäre beschäftigt auch den Sportausschuss des Bundestags. Innenstaatssekretär Ole Schröder muss sich dort erklären, weil das Bundesinnenministerium keineswegs nur für den Sport zuständig ist, sondern auch in die Planung der WM eingebunden war.

Zwanziger sagt vor DFB-Ermittlern aus, Berater Radmann meldet sich zu Wort
Da war die deutsche Fußballwelt noch in Ordnung: Theo Zwanziger (rechts) und Fedor Radmann (mit Ball) bei einem Werbetermin im Jahr 2005. Foto: Imago

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

30.10.2015, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Video-News: Fußball
Diese Funktion wurde deaktiviert.

Um das neue Messenger-Widget zu nutzen, besuchen Sie bitte tagblatt.de/whatsapp.
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Schwitzkasten
Schwitzkasten

Ob die weltweit wohl meistgesehene Tipp-Runde für die Fußball-Landesliga oder die beliebte "Elf der Woche" - für solche Formate gibt es den "Schwitzkasten" der TAGBLATT-Sportredaktion.
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular