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Zurück zum Original in den königlichen Räumen
Restauratorin Patricia Peschel in einem der Königsgemächer des Ludwigsburger Schlosses. Foto: Werner Kuhnle
35 Zimmer im Ludwigsburger Schloss werden für zwei Millionen Euro hergerichtet

Zurück zum Original in den königlichen Räumen

„Europaweite Einmaligkeit“ bekommt das Ludwigsburger Schloss. 35 Räume werden so hergerichtet wie zu Zeiten des ersten Königspaares.

12.08.2016
  • HANS GEORG FRANK

Ludwigsburg. Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, schwelgte in Superlativen, als er gestern die neue Bedeutung des Ludwigsburger Palastes erklärte. „Europaweite Einmaligkeit“ soll die frühere Residenz erhalten. Für zwei Millionen Euro werden die Räume des ersten Königspaares, Friedrich I. und Charlotte Mathilde, exakt so eingerichtet, wie die Monarchen sie vor gut 200 Jahren bewohnt haben. Diese Restrukturierung mit 2000 Objekten sei „das größte denkmalpflegerische Projekt“. Wer ein echtes Empireschloss besuchen wolle, müsse nach Ludwigsburg kommen. „Wir zeigen Originale“, versprach Hörrmann.

Was die Konservatorin Patricia Peschel begonnen hat, ist nur möglich, weil ihre Arbeit durch zwei Glücksfälle begünstigt wird. In Ludwigsburg sind nicht nur die Inventarlisten komplett erhalten, auch was darauf verzeichnet wird, ist noch vorhanden – freilich nicht immer am richtigen Ort. Manche Räume sind mit mehr Möbeln bestückt als einst beim Königspaar. Etliche Schmuckstücke genialer Tischler und Maler befanden sich ursprünglich in Stuttgarts Neuem Schloss. Nach dessen Bombardierung im Zweiten Weltkrieg kamen die vorher in Sicherheit gebrachten Stühle, Truhen und Gemälde nach Ludwigsburg, wo keine Zerstörung zu beklagen und genügend Platz war. Die jährlich 270 000 Besucher defilieren jetzt zwar an reichlich Mobiliar vorüber, aber die Funktion mancher Räume ist angesichts der Fülle kaum mehr erkennbar.

„Wir wollen ein hohes Maß an Authentizität“, hat sich Peschel vorgenommen. Dazu gehöre, dass „der Privatmensch im Regenten“ zum Vorschein kommen soll. Also werden auch jene kleinen Tische wieder in das sogenannte Assembleezimmer der Königin gestellt, an denen sie einst Karten spielte. Doch diese aufklappbaren Multifunktionsmöbel von 1805 schienen verschwunden zu sein. Tatsächlich sei sie „mit Sicherheit hundert Mal“ daran vorbeigelaufen, gestand die Expertin. Sie hatte nur die beiden halbrunden Konsolen in einem anderen Teil des Schlosses nicht als die gesuchten Objekte identifiziert. Bei genauer Untersuchung stieß Peschel auf die im Verzeichnis erwähnten „Schübe mit grünem Filztuch“.

35 von insgesamt 462 Räumen des Schlosses werden bis 2020 dieser aufwändigen Revision unterzogen. Dazu gehört die 1809 eingerichtete Bibliothek des Königs, in der offenbar nie Bücher gestanden sind. Das Holz war in den 1970er Jahren mit einer Lasur aus Nitrolacken überzogen worden. Dieser „gut gemeinte Fehler“, so Hörrmann, sei „kreativer Unbekümmertheit“ zu verdanken. Der Wirklichkeit entsprach der Zustand allerdings nicht: Hochglanz hatte die seidenmatte Oberfläche verdeckt.

Wer das nie zerstörte Schloss kenne, werde nach Abschluss der Restrukturierung „mit großen Augen durch laufen“, ist Michael Hörrmann sicher. Es werde „eine andere Geschichte erzählt“, sagt der Chef des Landesbetriebs. „Da wird es einen gewissen Kulturschock geben.“

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12.08.2016, 06:00 Uhr
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