Hochschulen

Zurück in die Hörsäle und Seminarräume

Land plant im kommenden Wintersemester Präsenzangebote für Geimpfte, Genesene oder Getestete.

25.08.2021

Von ALFRED WIEDEMANN

Vorlesung in Tübingen. Vom Wintersemester an soll es sie wieder überall geben für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Stuttgart. Vom Wintersemester an sollen Präsenzangebote an den Hochschulen im Südwesten wieder zum Standard werden. Möglich machen soll das die neue Studienbetriebs-Verordnung, die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) am Dienstag vorlegte. Dank der Impffortschritte sollen statt Online-Lehre wieder „Begegnung, Austausch, Debatte, Menschen kennenlernen“ an den Hochschulen möglich sein, so Bauer.

Kapazitätsbeschränkungen bei der Raumnutzung entfallen, wenn „3G – geimpft, genesen oder getestet – gewährleistet“ sei. Hygienekonzepte sind weiter nötig. Wo Mindestabstände in Innenräumen nicht eingehalten werden können, gilt Maskenpflicht, außerdem auf Fluren, in Bibliotheken und an Lernplätzen. Zur Kontrolle der Impf-, Genesenen- oder Testnachweise sollen Stichproben reichen. Das sei „pragmatisch umsetzbar“, so Bauer. Auch digitale Lösungen mit einer App seien möglich. Die Stichprobenlösung soll als Modellvorhaben wissenschaftlich überprüft werden.

„Die Universitäten begrüßen sehr, dass das Land ihre Anregung aufgreift, den 3G-Status der Studierenden mithilfe von Stichproben zu überprüfen“, sagte Stephan Dabbert, der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz. „Das erspart uns eine aufwändige Vollkontrolle, die bei der Vielzahl von Gebäuden und Veranstaltungen kaum praktisch umzusetzen wäre.“ So sei gewährleistet, dass ein „substantieller Teil der Veranstaltungen in Präsenz stattfinden“ könne. „Wir hoffen sehr, dass im Herbst wieder mehr Kontakte und soziales Leben auf dem Campus möglich sein werden.“ Lehrende und Studierende vermissten das seit eineinhalb Jahren schmerzlich.

Online-Lehre soll ergänzend bleiben, wo sie „sinnvoll ist oder eine Verbesserung darstellt“, sagte Ministerin Bauer. Möglich geworden sei die neue Verordnung durch die Impffortschritte: „Wir haben heute eine andere Situation als im Sommersemester: Die großen Impffortschritte sind Voraussetzung dafür, dass wieder mehr Menschen zusammenkommen und die Hochschulen ihre Räume wieder besser ausnutzen können. Mit der 3G-Strategie können wir einen sicheren Hochschulbetrieb gewährleisten.“

Zum Aufholen Corona-bedingter Lernrückstände soll es zusätzliche Kurse für Studierende geben. Das Land werde dafür weitere 30 Millionen Euro im nächsten Haushalt bereitstellen. Damit sollen unterstützende Angebote für Studierende gemacht werden, die von Pandemie-bedingten Einschränkungen des Studienbetriebs besonders betroffen sind. Dabei gehe es besonders um die ersten Fachsemester und um Angebote wie beispielsweise Tutorien, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Landesstudierendenvertretung begrüßte den Wechsel zum Präsenzbetrieb. Die zusätzlichen Mittel seien ein „sehr positives Signal“, sagte Sprecher Andreas Bauer. Die Sondermittel dürften aber nicht nur wie ein Strohfeuer wirken. „Nachhaltige Investitionen“ seien nötig, auch wegen der „nach wie vor unzureichenden Grundfinanzierung der Hochschulen“.

Wichtig seien auch zusätzliche Mittel, um den „Hochschulcampus wieder zu einem Begegnungsort werden zu lassen“, so Bauer. Hochschulsport, Cafeterien, Lernräume für Gruppen und Kulturprogramme gehörten dazu. Studierendenvertretungen vor Ort müssten über die Mittelverwendung „zumindest mitentscheiden können“, sagte Bauer. Psychosoziale Hilfen müssten ebenfalls gefördert und ausgebaut werden.

3G auch an Hochschulen: Theresia Bauer. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

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Erstellt:
25. August 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
25. August 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. August 2021, 06:00 Uhr

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