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Zur Geburt seiner Tochter kündigt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg an, 44 Milliarden Dollar zu spend
Freudiger Anlass für eine Megaspende an die Menschheit: Mark und Priscilla Zuckerberg mit ihrer Tochter Max. Foto: dpa
"Eine bessere Welt"

Zur Geburt seiner Tochter kündigt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg an, 44 Milliarden Dollar zu spenden

Mark Zuckerberg will seiner kürzlich geborenen Tochter ein ganz besonderes Geschenk machen: eine bessere Welt zum Aufwachsen. Dazu kündigte der Facebook-Gründer an, Milliarden zu spenden.

03.12.2015
  • PETER DE THIER

Zyniker meinen, er betreibe Werbung in eigener Sache, doch für die Multimilliardäre unter seinen Freunden und Kollegen ist Mark Zuckerberg ein Held. Der Facebook-Gründer hat angekündigt, im Laufe seines Lebens 99 Prozent seiner Anteile an dem Internetunternehmen für wohltätige Zwecke spenden zu wollen. Gemessen am derzeitigen Börsenwert von Facebook wären das mehr als 44 Milliarden Dollar.

Anstoß für die Megaspende des 31-Jährigen ist die Geburt seiner ersten Tochter Max. Sie und ihre Generation sollten "in einer besseren Welt aufwachsen". Dafür wollen Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan nun den Weg pflastern. Formgerecht nutzte der Internetpionier, der das soziale Netzwerk vor elf Jahren in einem Studentenheim der Harvard-Universität gründete, die eigene Facebook Seite, um seine philanthropischen Pläne publik zu machen. In einem offenen Brief an die Tochter, die gerade eine Woche alt ist, schrieb Zuckerberg, dass die Eltern eine neue Organisation, die "Chan Zuckerberg Initiative" gegründet haben. Deren Ziel sei, "das Potenzial der Menschheit ebenso wie Gleichberechtigung für alle Kinder zu fördern", Krankheiten zu bekämpfen und sich für bessere Schulbildung einzusetzen. Auch wolle man rund um die Welt "Menschen zusammenführen und starke Gemeinden aufbauen". Dann stellt er die rhetorische Frage: "Kann es unserer Generation gelingen, Armut und Hungersnot abzuschaffen?"

Für die Gründung der neuen Organisation bedient sich Zuckerberg, laut Forbes Magazin mit einem Vermögen von 46,8 Milliarden Dollar der siebtreichste Erdenbürger, eines ungewöhnlichen Tricks. Anstelle einer Stiftung oder eines Vereins etablierte er eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. In einer Erklärung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC verpflichteten sich die jungen Eltern, während der kommenden drei Jahre jedes Jahr Facebook-Aktien im Wert von mindestens einer Milliarde Dollar auf das Konto der neuen GmbH zu überweisen. Die Stimmrechte für die gespendeten Anteile und die Entscheidung, wie das Geld verwendet wird, bleiben allein bei Zuckerberg.

Für den politisch engagierten Jungunternehmer hat die rechtliche Konstellation konkrete Vorteile. Im Gegensatz zu herkömmlichen karitativen Organisationen hat die "Chan Zuckerberg Initiative LLC" als GmbH die Möglichkeit, in Washington Lobbyisten anzuheuern und somit Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse auszuüben. Auch kann die Organisation ihre Mittel verwenden, um in andere Unternehmen zu investieren.

Trotz seines jungen Alters hat sich Zuckerberg in der Vergangenheit bereits mehrfach mit großzügigen Spenden in Szene gesetzt - wobei die Ergebnisse eher durchwachsen waren. 2010 schenkte er dem maroden Schulsystem der Stadt Newark (New Jersey) 100 Millionen Dollar. Zu Reformen aber kam es kaum. Auch war von Schmiergeldern die Rede, die Bosse der Lehrergewerkschaft ebenso wie kommunale Politiker gefordert hätten. Zudem hieß es, dass der Multimilliardär mit der Spende vom Wirbel um den Kinohit "The Social Network" habe ablenken wollen. Darin wurde Zuckerberg vorgeworfen, das Unternehmen seinerzeit gegründet zu haben, um auf diesem Weg Mädchen kennenzulernen.

Besser erging es Zuckerberg, als er sich vor einigen Jahren der von Bill Gates und Warren Buffett ins Leben gerufenen "Giving Pledge" anschloss. Darin hatten sich der Microsoft Gründer Gates und der legendäre Investor Buffett verpflichtet, im Laufe ihres Lebens mindestens 95 Prozent ihrer Vermögen für wohltätige Zwecke zu spenden und andere Superreiche aufgefordert, dasselbe Versprechen abzugeben.

Gates selbst hat der nach ihm benannten Stiftung ("Gates Foundation"), die sich insbesondere durch ihr großzügiges Engagement in Entwicklungsländern profiliert hat, bisher mehr als 28 Milliarden Dollar gespendet. Buffett, der allgemein als Amerikas größter Wohltäter angesehen wird, hat sich sogar verpflichtet, der Organisation mehr als 30 Milliarden Dollar bereitzustellen.

Den Facebook-Gründer Zuckerberg überschütten andere Spender mit überschwänglichem Lob. Gates etwa sagte, Zuckerberg sei "eine Inspiration für uns und für die Welt". New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg, selbst ebenfalls ein Multimilliardär, hob hervor, dass Zuckerberg sich dadurch auszeichne, dass er schon in sehr jungem Alter die Interessen anderer vor die eigenen stellt. "30 ist das neue 70", sagte Bloomberg und äußerte die Hoffnung, dass auch andere junge Silicon-Valley-Milliardäre dem Beispiel des Facebook-Gründers folgen werden.

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03.12.2015, 08:30 Uhr
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