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Ministerpräsident wird ganz sentimental

Zum Plärren schön

Da zieht es Winfried Kretschmann hin in der Fasnet - nach Riedlingen zum Froschkuttelessen. Seine Narrenfreunde feierten ihn. Das machte den Ministerpräsidenten ganz sentimental.

22.02.2012

Von RAIMUND WEIBLE

Riedlingen Eng ging es her im historischen Ratssaal von Riedlingen. Nicht ganz so "bhäb" wie früher im Mohren. Aber die Wirtschaft hat seit Sommer 2010 geschlossen, und so logierten die Riedlinger Gole zum zweiten Mal im Ausweichquartier. Nicht alle, die rein wollten in den Saal, kamen auch rein, einer aber auf jeden Fall: Winfried Kretschmann. Er war beim Froschkuttelessen gefeierter Gast. Erstmals kam das Zunftmitglied "Kretsche", wie sie ihn in Riedlingen nennen, als Ministerpräsident. Das machte sie stolz.

"Auch die ihn nicht gewählet haben, sich heut an seinem Antlitz laben", reimte Zunftrat Lothar Sautter. Als Refrain wählte er: "Meinen Slogan heute jeder kennt: Wir sind Ministerpräsident." Noch nie widmeten die Medien den Gole und ihrem Brauch so viel Aufmerksamkeit wie 2012. "Dank dir weiß jeder bis zur Nordsee, was Froschkutteln sind", sagte Zunftmeister Thomas Maichel - nämlich eine Suppe aus Pansen, Herz, Leber und Nieren vom Rind.

Seinen Gole hält Kretschmann die Treue. Nur eine Katastrophe könnte ihn am Froschkuttelessen hindern, sagt er. Riedlingen ist er stark verbunden. Sieben Jahre lang ging er hier zur Schule. Die herzliche Aufnahme rührt ihn. "Man merkt, ich bin hier daheim. Es war so schön, ich hätt plärren können", sagt er am Ende.

Beim Froschkuttelessen ist es ein bisschen wie an Heiligabend. Erst ist Gesang angesagt, allein 17 Strophen beim Gole-Lied, dann treten die Anekdoten-Erzähler auf. Vor jedem Teilnehmer steht eine Halbliter-Flasche Wein. Dem wird kräftig zugesprochen. Und mancher isst schon was von seinem Doppelwecken. Bis die Männer Witterung aufnehmen. Dann rufen sie: "Do rei, Kuttla rei." Vom Essen gestärkt, gehen die Männer wieder auf die Gass. Sie verlassen das Rathaus über das Büro von Bürgermeister Hans Petermann im ersten Stock. Am Fenster ist eine Rutsche befestigt. Alle 350 Mann rutschen auf den Marktplatz hinunter, als letzter Kretschmann. Die Menge jubelt. Die "Weiber von der Stadt" in ihrem weißen Häs hänseln: "Ich glaub, du hascht an Schoppen zviel."

Im Gänsemarsch ziehen die Männer zum Kreuz, das Sparkassenpräsident Peter Schneider eben renovieren lassen hat. Dort erzählen sie sich Witze zum Bier, die meisten davon sind nicht druckreif. Kretschmann erträgt sie schmunzelnd.

Nach dem Froschkuttelessen im Riedlinger Rathaus bahnte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Weg durch das Spalier närrischer Frauen. Foto: dpa

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Erstellt:
22. Februar 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2012, 12:00 Uhr

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