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Die Wendelsheimer Hauptschule wurde gestern mit einem Schulfest offiziell verabschiedet

Zuletzt noch 37 Schüler

Mit der Verabschiedung der Neuntklässler verabschiedete sich beim gestrigen Schulfest in Wendelsheim die Hauptschule gleich mit – als erste in Rottenburg.

24.07.2009
  • Frank Rumpel

<strong>Wendelsheim.</strong> Gleich mehrfach wurden die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule gestern Nachmittag auf die Bühne in der Turn- und Festhalle gebeten. Es waren sehr überschaubare Häuflein, an denen die Misere dieser Schulart überdeutlich abzulesen war. Die Klassen Sechs und Sieben mussten mangels Masse zusammen gelegt werden. So kamen immerhin 13 Schüler/innen zusammen. Die achte Klasse bestand aus acht, die letzte Abschlussklasse immerhin noch aus 16 Jugendlichen.

„Der Abschied fällt uns schwer, weil wir uns hier wohl gefühlt haben“, sagte Isabella Khaled bei einer kleinen Präsentation der Sechst- und Siebtklässler, die sich nächstes Schuljahr auf sieben Schulen verteilen werden. „Da sind wir erst mal wieder fremd und wissen nicht, was auf uns zukommt.“ Auf der anderen Seite sei ein Neuanfang auch eine Chance, meinte Gabriele Sola. „Es ist die Chance, Dinge, die hier vielleicht nicht so gut liefen, besser zu machen.“ Die Neuntklässlerin Lisa-Maria Brüssel sagte im Namen ihrer Mitschüler: „Wir sind froh, dass wir unseren Abschluss noch hier machen konnten.“

Die Schülerzahlen an der 1965 eingeweihten Grund- und Hauptschule Wendelsheimer, aber auch an anderen, kleinen Grund- und Hauptschulen in der Stadt sinken seit Jahren. So kam seit etwa zehn Jahren rund die Hälfte der Wendelsheimer Hauptschüler nicht aus Wendelsheim, sondern aus der Kernstadt. Das bereits 2007 vom Rottenburger Gemeinderat in Auftrag gegebene Gutachten zu einer „Konzeption Bildung und Betreuung Rottenburg 2020“ ergab, dass nur stabile zweizügige Hauptschulen eine Zukunft hätten. Etwa ab 2013 soll es in Rottenburg deshalb nur noch zwei zu Werkrealschulen gewordene Hauptschulen geben – die Hohenbergschule in der Kernstadt, wo die fünfte Klasse aus Wendelsheim schon seit Beginn des noch laufenden Schuljahrs ist, und die Schule in Ergenzingen. Die Auflösung der Wendelsheimer Schule beschloss der Gemeinderat im März 2008.

Den jetzigen Wendelsheimer Schülern versuche man den Übergang möglichst weich zu gestalten, sagte Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert. So werde die achte Klasse nicht auf verschiedene Schulen verteilt, sondern wechsle komplett als Neun in die Hohenbergschule.

Stolz präsentierten die Schüler/innen ihre Arbeiten für die Schule. Vor allem mit ihren Multimedia-Projekten, etwa über Wendelsheim oder Amazonien (in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Linden-Museum) heimsten sie etliche Preise ein. Aber auch sonst hinterließen sie Spuren, wie sie es selbst nannten, zu sehen etwa beim Naturlehrpfad am Märchensee.

Michael Schneider ist seit 2001 Rektor an der Wendelsheimer Schule, die in Zukunft als kleine Grundschule weiter geführt wird. Er selbst wechselt nach Starzach. Die Schließung der Hauptschule sei schon schmerzhaft, sagte er, „schließlich hat man sich hier heftig engagiert“. Allerdings seien die Schülerzahlen so drastisch zurück gegangen, dass es zuletzt immer schwieriger geworden sei, gute Arbeit zu leisten. Man habe sich aber keineswegs hängen lassen, sondern versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Die Konzentration auf große Schulen sei keineswegs für alle Schüler optimal. „Gerade für Jugendliche, die sich schwer tun, ist eine kleine Hauptschule genau das Richtige.“

Die Grundschule bleibt in Wendelsheim erhalten. Unterrichtet werden dort rund fünfzig Kinder, wobei bei dieser kleinen Zahl ein entsprechendes, pädagogisches Konzept nötig ist, bei dem die Klassenstufen zusammen gelegt werden. „Für die Grundschule versuchen wir momentan ein gutes und tragfähiges Konzept zu entwickeln“, sagte Schneider. Veränderungen bräuchten Platz, sagte Elternvertreter Bernhard Schick und spielte damit auf die noch ungeklärte Frage an, wie viel Raum denn der Grundschule im nächsten Schuljahr zur Verfügung stehen wird, denn für ein neues Konzept wäre mehr Platz nötig, als ihn die Grundschule momentan hat. Enttäuscht zeigte sich Schick, dass vom Schulamt niemand gekommen war. Er hoffe, dass es mit der Grundschule weiter laufe.

In diese Richtung ließ Oberbürgermeister Stephan Neher keinen Zweifel. Er versprach, auch in den kommenden, wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Rotstift nicht bei Schulen und Kindergärten anzusetzen.

Zuletzt noch 37 Schüler
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten sich die 13 Schüler/innen der sechsten und siebten Klasse von ihrer alten, der ersten in Rottenburg abgewickelten Hauptschule. Sie verteilen sich auf sieben Schulen in der Region. Bild: FadenMit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten sich die 13 Schüler/innen der sechsten und siebten Klasse von ihrer alten, der ersten in Rottenburg abgewickelten Hauptschule. Sie verteilen sich auf sieben Schulen in der Region. Bild: Faden

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24.07.2009, 12:00 Uhr
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