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Sparkassen

Zinstief kostet eine halbe Milliarde Euro

Gebühren werden steigen, die Zahl der Institute weiter sinken.

09.03.2017

Von ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die Niedrig- und Negativzinsen haben die rund 400 deutschen Sparkassen im vergangenen Jahr rund 560 Mio. EUR an Zinseinnahmen gekostet. Dieser Trend dürfte sich nach Angaben von Georg Fahrenschon, Präsident des Sparkassen-Verbandes DSGV, in diesem und im nächsten Jahr fortsetzen. „Wir werden deutliche Einschläge beim Zinsergebnis spüren“, sagte er am Mittwoch in Frankfurt. Negativzinsen für Sparer sieht er aber nicht. „Die Sparkassen stemmen sich mit ganzer Kraft dagegen, auch zu Lasten der eigenen Ertragslage“. Deshalb müsse man die Kosten weiter senken. Und die Sparkassenkunden müssen mit steigenden Preisen rechnen.

Die Sparanstrengungen zeigen sich unter anderem in weiteren Fusionen. Zum Jahresanfang ist die Zahl der Institute um 7 auf jetzt noch 396 zurückgegangen. Die Zahl der Filialen ist um 700 auf knapp 13?800 geschrumpft, die Zahl der Beschäftigten um rund 4 Prozent oder 9000 auf 224?700. Dieser Prozess wird sich laut Fahrenschon fortsetzen. Dabei stünden sozialverträgliche Lösungen im Vordergrund.

Beim Filialabbau sei den Sparkassen sehr wohl bewusst, wie wichtig eine Position vor Ort sei. „2016 wurden deshalb vor allem 900 kleinere Geschäftsstellen abgebaut und gleichzeitig über 200 Selbstbedienungsfilialen neu eröffnet.“ Fahrenschon zufolge arbeiten einige Sparkassen sehr erfolgreich auch mit Bussen und mit Geldboten.

Deutliche Kritik äußert der Sparkassen-Präsident einmal mehr an der Europäischen Zentralbank (EZB). „Sie darf die steigende Inflation nicht länger ignorieren und muss ihre Geldpolitik schrittweise und mit Bedacht dieser Entwicklung anpassen“. Und weiter: „Wenn Zins und Zinseszins ausfallen ist das ein gesellschaftspolitisches Thema.“

Trotzdem haben sich die Sparkassen gut geschlagen. Die Einlagen wuchsen um 3,3 Prozent auf 890 Mrd. EUR, bei Privatkunden sogar um 4,3 Prozent. Der Bestand an Krediten legte um 3,2 Prozent auf 770 Mrd. EUR zu. Trotz des um 4 Prozent geschrumpften Zinsergebnisses hielten die 403 Sparkassen ihren Nettogewinn bei rund 2 Mrd. EUR. Rolf Obertreis

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Erstellt:
9. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
9. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. März 2017, 06:00 Uhr

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