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Brasilien am meisten von dem Virus betroffen - Spiele sollen stattfinden

Zika - Risiko für Olympia?

Mit vereinten Kräften wollen Experten das Zika-Virus bekämpfen. Die WHO hat den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, die Rot-Kreuz-Organisationen setzen auf einen langfristigen Plan.

03.02.2016

Von IVONNE MARSCHALL, DPA

Sprühen gegen die "Aedes aegypti": Auch in Honduras wird die Ausbreitung des Zika-Virus bekämpft, das von der Mücke übertragen wird. Foto: afp

Rio de Janeiro. . Brasilien sieht trotz der Ausrufung des weltweiten Gesundheitsnotstands keine Gefahr für die Austragung der Olympischen Spiele. Schwangere sollten aber wegen des Zika-Virus die Spiele im August in Rio de Janeiro meiden. Das Risiko für Besucher und Athleten sei "gleich Null" - dies gelte aber nicht für schwangere Frauen, sagte der Stabschef des Präsidialamtes, Jaques Wagner, vor Journalisten. Die Spiele abzusagen, schloss Wagner aus.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist hingegen beunruhigt. "Wir sehen es mit Besorgnis", sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB. Die Athleten sollten informiert und vorbereitet werden, "um das Risiko weitestgehend zu minimieren".

Am Montagabend hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dies soll den internationalen Kampf gegen den Erreger erleichtern. Brasilien, das am stärksten betroffene Land, begrüßte diesen Schritt. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hält die langfristige Bekämpfung des Erregers für nötig. "Statt allein auf die einzelnen Ausbrüche zu reagieren, muss in ein langfristiges integriertes Programm investiert werden", sagte der IFRC-Direktor für Nord- und Südamerika, Walter Cotte, in Genf. Die Bevölkerung müsse mehr über die Risiken lernen.

Das Virus wird vor allem von der Mückenart Aedes aegypti übertragen. Es steht im Verdacht, durch Infektion von Schwangeren bei Ungeborenen Fehlbildungen (Mikrozephalie) auszulösen: Die Babys kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt und sind meist geistig behindert.

Das Klima könnte den Olympischen Spielen zu Hilfe kommen. Da im August in Brasilien Winter ist, könnten die Folgen milder ausfallen, wie Rios Bürgermeister Eduardo Paes sagte. "Im Monat August gibt es keine Verbreitung dieses Moskitos." Bislang ist das Virus binnen weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht. Erstmals wurde der Erreger 1947 im Zika-Wald in Uganda entdeckt. Normalerweise löst es grippeähnliche Symptome oder Hautausschlag aus.

Auch deutsche Experten raten Schwangeren vor Reisen in die betroffenen Länder ab. So empfehlen etwa die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt, die Ausbruchsgebiete "möglichst zu meiden".

Sollten Reisen unvermeidlich sein, müssten sich Schwangere konsequent vor Mückenstichen schützen, heißt es.

Da die Moskitoart Aedes aegypti nicht in Deutschland vorkommt, sehen Virologen hierzulande keine Gefahr - bisher gibt es nur einige eingeschleppte Erkrankungen bei Reiserückkehrern.

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Erstellt:
3. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
3. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Februar 2016, 08:30 Uhr

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