Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Öffentlicher Rundfunk

Ziel ist die Staatsferne

Prinzip: Nie wieder Staatsrundfunk – mit diesem Vorsatz gaben die West-Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg die Organisation des Rundfunks vor. Nach dem Vorbild der britischen BBC sind die Sender als Anstalten des öffentlichen Rechts eigenständig, staatsfern und unabhängig.

19.07.2018

Von DIETER KELLER

Die Formulare für den Rundfunkbeitrag gibt's sogar aufs Smartphone. Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin. Die Länder legen die Spielregeln etwa durch Staatsverträge fest.

Auftrag: Nach dem Rundfunkstaatsvertrag müssen die Sender „im Interesse von Informationsfreiheit und Demokratie ein vielfältiges, umfassendes und ausgewogenes mediales Angebot“ sichern. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren Urteilen ihre Aufgabe bestätigt, die Grundversorgung zu übernehmen, indem sie die gesamte Bevölkerung versorgen, ein Vollprogramm bieten und die Meinungsfreiheit gewährleisten.

Staatsferne: Mit Ausnahme der Deutschen Welle als Auslandssender darf der Staat keinen eigenen Fernsehsender finanzieren. In den Aufsichtsgremien hatten allerdings lange Parteienvertreter die Mehrheit, weil die Parlamente Vertreter entsenden und die Vertreter eigentlich neutraler Organisationen parteigebunden sind. Das Verfassungsgericht forderte 2014, dass beim ZDF im Fernseh- und Verwaltungsrat maximal ein Drittel der Mitglieder staatlich oder staatsnah sein darf.

Finanzierung: Zunächst erhoben die Sender Rundfunkgebühr von jedem Haushalt, der ein Radio- oder Fernsehgerät besaß. Doch an sie ist der Empfang mit der Verbreitung von Tablet und Smartphone immer weniger gebunden. Daher beschlossen die Länder 2010 die Einführung des Rundfunkbeitrags. Zunächst betrug er 17,98 Euro, im April 2015 wurde er auf 17,50 Euro gesenkt. 2017 nahm der Beitragsservice insgesamt 7,97 Milliarden Euro ein.

Andere Länder: Vergleichbare Rundfunksysteme gibt es in vielen europäischen Ländern. In der Schweiz muss jeder Haushalt gut 32 Euro im Monat an die SRG zahlen. Eine Volksabstimmung zur Abschaffung scheiterte im März. Auch in Österreich, Frankreich und Großbritannien gibt es Festbeträge. In den Niederlanden wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus Steuermitteln finanziert. Dieter Keller

Zum Artikel

Erstellt:
19. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+