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Prozess

Zeuge: „Sie hat eine aktive Rolle gespielt“

Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen bei Freiburg beleuchtet das Gericht die Rolle von Berrin T. und ihres Lebensgefährten. Fotos und Filme dienen als Beweise.

05.07.2018
  • DPA

Im Hauptprozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes in Staufen will das Landgericht Freiburg bis Anfang August das Urteil verkünden. Die Beweisaufnahme sowie die Plädoyers werden länger dauern als ursprünglich geplant, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin am Mittwoch. Der Prozess gehe in die Verlängerung Einen genauen Termin zur Urteilsverkündung gebe es noch nicht. Anfangs hatte das Gericht am 16. Juli das Urteil sprechen wollen. Dies werde aber nicht zu schaffen sein.

Angeklagt sind die 48 Jahre alte Mutter des Kindes, Berrin T., sowie ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte, beides Deutsche. Sie haben gestanden, den heute neun Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie auch selbst das in Staufen bei Freiburg lebende Kind sowie ein drei Jahre altes Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben. Es gibt insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte sind Hauptbeschuldigte. Die Taten ereigneten sich laut Gericht von Februar 2015 bis September 2017.

Die Mutter habe in dem Missbrauchsfall eine aktive Rolle gespielt, sagte ein Polizeibeamter am Mittwoch vor Gericht. Dies belegten Fotos und Filme, die bei ihr gefunden worden seien. Dort sei zu sehen, wie sich die Frau mehrfach an ihrem Sohn sexuell vergehe, ihn beschimpfe und beleidige und ihn für Vergewaltigungen durch Männer vorbereite. Sie sei in Tatplanungen und Termine eingebunden gewesen.

Der wegen schweren Kindesmissbrauchs in 23 Fällen vorbestrafte Lebensgefährte, der den Jungen nach eigenen Angaben im Wissen der Mutter jahrelang vergewaltigt und anderen Männern überlassen hat, habe gemeinsam mit der Frau und ihrem Sohn in einer Wohnung in Staufen gelebt - obwohl ihm dies gerichtlich verboten gewesen sei. Die Polizei habe davon erstmals Anfang März 2017 erfahren und das Jugendamt alarmiert, sagte ein weiterer Beamte. Zuvor habe es keinerlei Handhabe gegeben.

„Sie agierten sehr konspirativ. Wir hatten keine Chance“, erklärte der Polizist. Mutter und Lebensgefährte hätten Polizei und Behörden getäuscht und sich amtlichen Anordnungen bewusst widersetzt. Der Mann stand wegen einer hohen Rückfallgefahr unter Führungsaufsicht. Kontakt zu Kindern und Jugendlichen war ihm verboten. Das Zusammenleben mit der Frau hatte ihm das Gericht untersagt, kontrolliert worden war dies jedoch nicht.

Das Jugendamt und die Justiz in Freiburg stehen in dem Fall in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben. Am Donnerstag sollen laut Gericht unter anderem Mitarbeiter des Jugendamtes gehört werden. Der Junge lebt inzwischen bei einer Pflegefamilie.

Jürgen Ruf

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05.07.2018, 06:00 Uhr
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