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Zetsche verlängert Vertrag - Kronprinz ist Schwede Ola Källenius
Daimler wird internationaler

Zetsche verlängert Vertrag - Kronprinz ist Schwede Ola Källenius

Der dienstälteste Autoboss Deutschlands bleibt weitere drei Jahre: Dieter Zetsches Vertrag bei Daimler wird verlängert. Sein Nachfolger Ola Källenius dürfte für eine andere Unternehmenskultur sorgen.

17.02.2016
  • THOMAS VEITINGER MIT DPA

Stuttgart. Am Anfang stehen dürre Worte: "In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Daimler AG Ola Källenius (46) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 als Mitglied des Vorstands für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung bestellt." Diese Mitteilung besiegelt nicht nur den Abtritt des Forschungschefs Thomas Weber Ende Dezember, den Källenius ablösen wird. Damit ist auch klar, wer einmal Chef des Autoherstellers mit dem Stern wird. Der Wechsel ist eingeleitet. Der Kronprinz ist gekürt.

Zwar verlängert der Aufsichtsrat den Vertrag des derzeitigen Vorstandschefs Dieter Zetsche um drei Jahre. Anschließend aber - daran bestehen keine Zweifel - wird Källenius die Nummer 1. Ein Ausländer führt dann das baden-württembergische Vorzeigeunternehmen mit 280 000 Mitarbeitern.

Damit ist Daimler in guter Gesellschaft. Laut Strategieberatung Simon Kucher sind knapp 30 Prozent aller Spitzen-Manager der größten deutschen börsennotierten Konzern Ausländer - der Frauenanteil liegt bei nicht einmal 9 Prozent.

Daimlers Ausländeranteil fällt allerdings moderat aus. Mit dem Schweden Källenius und Renata Jungo Brüngger aus der Schweiz hat der Autokonzern nur zwei ausländische Vorstandsmitglieder. Brüngger ist zugleich die einzige Frau im Führungsgremium.

Källenius ist seit 1993 bei Daimler. Der Betriebswirt mit Studium in St. Gallen ist seitdem in einigen Ecken des Konzerns tätig. Zunächst arbeitet er in Tuscaloosa in verschiedenen Positionen und leitet schließlich das US-Werk. Dann kommt er nach Stuttgart, um über England wieder in die USA zu wechseln. 2010 landet der Vater von drei Kindern - der mit einer Schwäbin verheiratet ist - in Deutschland beim hauseigenen Veredler AMG. 2013 wird er Vertriebschef, seit 2015 sitzt Källenius im Vorstand.

Von Anfang an gilt der heute 46-Jährige als Talent in einer internationalen Nachwuchsgruppe. Bei der Bestellung zum Mercedes-Vertriebschef bejubelte ihn Zetsche als "echten Car-Guy".

In der Öffentlichkeit tritt der Schwede in der Regel höflich und freundlich entspannt auf. Beim Verkauf konzerneigener Niederlassungen setzte er sich aber auch mit Arbeitnehmervertretern auseinander. Er sei bei unpopulären Entscheidungen zwar hart geblieben, habe aber das Gespräch gesucht und sich auch kompromissbereit gezeigt, heißt es im Umfeld des Betriebsrats.

Damit hat er nicht die gleichen Wunden hinterlassen wie Nutzfahrzeug-Vorstand Wolfgang Bernhard, der genau wie Källenius schon als potenzieller Nachfolger für Zetsche gehandelt wurde. Der 55-Jährige hatte vor drei Jahren nach Querelen mit dem Betriebsrat auf Druck der Arbeitnehmervertreter seinen Posten als Produktionschef der Pkw-Sparte gegen das Lkw-Geschäft tauschen müssen.

Mit Källenius wird eine ganze Manager-Generation übersprungen, die sich auf die Zetsche-Nachfolge Hoffnungen gemacht hatte. Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler erkannte dies früher und wechselte zu VW.

Mit Källenius dürfte sich im Konzern einiges ändern. Dies ist schon jetzt zu spüren. So heißt es in einer weiteren Mitteilung von Daimler, dass weitere 30 Mio. EUR in den Ausbau der eigenen Ladeinfrastruktur von E-Autos an vielen Standorten des Unternehmens fließen. Führungskräfte fahren künftig elektrifizierte Dienstfahrzeuge.

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17.02.2016, 08:30 Uhr
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