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Zeitreise durch das eigene Werk
Pat Metheny und Bassistin Linda May Han Oh. Foto: Udo Eberl
Jazzopen

Zeitreise durch das eigene Werk

Pat Metheny und sein Quartett begeistern das Publikum im Innenhof des Alten Schlosses.

18.07.2018
  • UDO EBERL

Stuttgart. So oft schon hat man Pat Metheny seit dem Start seiner Karriere in Stuttgart erleben dürfen – natürlich auch im ersten Jahr der Jazzopen, die damals noch ganz dem Jazz gehörten. Auf Europatour nun also ein Wiederhören an einem besonderen Ort. Wobei: Ganz konnte die beispiellose Soundqualität, die Methenys Konzerte üblicherweise auszeichnet, im Jazz-Event-Paradies, dem Innenhof des Alten Schlosses, nicht erreicht werden. Musikalisch gab's dagegen so rein gar nichts zu meckern.

Ein Genius an der Gitarre ist Pat Metheny sowieso, im Jazzopen-Konzert machte aber vor allem die Zusammenstellung der Stücke und die Dramaturgie des Abends den Reiz aus. Eine Zeitreise durch sein Werk, mal serpentinenhaft rasant und mit mächtig viel Drive, oftmals aber auch balladesk, geradezu intim.

Der einzigartige Sound, die Harmonie-Lust, die Durchsichtigkeit, die Wucht des dynamischen Prozesses – all das gelang hier auch im Quartett. Und wie ausgefuchst, das zweieinhalbstündige Konzert mit drei Duetten enden zu lassen, die unterschiedlicher kaum sein konnten!

Beim Zwiegespräch mit der Bassistin Linda May Han Oh bekam der Abend lyrische Züge; auch das Zusammenspiel mit dem Pianisten Gwilym Symcock, der auch flächige Keyboardsounds beisteuerte, lud zum Schwelgen ein. Power pur dann auf Dave Hollands Spuren beim Duell mit Grammy-Gewinner Antonio Sanchez an den Drums, der dem Kino-Hit „Birdman“ einst seine nervöse Einzigartigkeit verlieh. Das war ein Wüten in Grenzbereichen, Metheny ließ die Synthie-Gitarre wie ein Cello klingen, singen, kreischen, Sanchez wirbelte grandios flockig mit Zug.

In den Zugaben durfte man den Star beseelt mit seinen stärksten Melodien akustisch pur erleben: „Antonia“, „This Is Not America“ im etwas knappen Medley-Format, dann einmal mehr mitreißendes Band-Gefüge für das euphorisierte Publikum. Udo Eberl

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18.07.2018, 06:00 Uhr
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