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Auf Englisch jubilieren

Zehnte Ausgabe von „Lessons and Carols“: Ein Stück Heimat

Der Adventsgottesdienst „Lessons and Carols“ ist mit seinen englischen Liedern und Bibeltexten zur Tübinger Tradition geworden. Zur zehnten Ausgabe am Mittwochabend kamen rund 750 Besucher in die Stiftskirche.

18.12.2009

Von DOROTHEE HERMANN

Tübingen. Das Vorbild für die Tübinger „Lessons and Carols“ heißt Cambridge. In der englischen Universitätsstadt wird seit 1918 ein Weihnachtsgottesdienst dieses Namens gefeiert. „Wir haben das von Cambridge übernommen. Aber ich glaube, wir haben etwas Eigenes daraus gemacht“, sagte die Organisatorin Diane Blaurock, langjährige Wahl-Tübingerin mit amerikanischen Wurzeln. Initiatorin im Jahr 2000 war die evangelische Theologin Alexandra Riebe, die inzwischen als Studierendenpfarrerin in Hannover wirkt.

Blaurock weiß, wie viele Erinnerungen sich mit dieser Liturgie verbinden: „Womöglich ist Englisch Ihre Muttersprache, und Sie kennen jedes Wort auswendig, von Schul-Aufführungen her oder von Gottesdienstbesuchen mit den Eltern“, sagte die Stiftskirchengemeinderätin den rund 750 Besuchern zur Begrüßung.

Bei den Vorbereitungen zeigten sich mitunter Unterschiede zwischen amerikanischen, englischen oder australischen Advents-Traditionen. In den USA fänden sich vielleicht Weihnachtslieder, die in Großbritannien nicht gebräuchlich seien, so Blaurock. „Oder man verwendet andere Melodien und Tempi.“ Einmal sei eine Australierin bei der Chorprobe konsterniert aufgesprungen und hätte gerufen: „Schneller, schneller!“

Die neun Lesungen zur Weihnachtsgeschichte reichen im adventlichen Commonwealth offenbar weit über das Ereignis von Jesu Geburt hinaus – vom Sündenfall zu Beginn des Gottesdienstes bis zur Schöpfungsgeschichte als Ausklang. Anders als in deutschen Gottesdiensten erhob sich die Gemeinde zum Singen der vielstrophigen Lieder, was die hölzernen Kirchenbänke jedes Mal zu einem konzertierten Ächzen veranlasste.

Kantorin Tabea Flath von der Jakobuskirche begleitete den vielstimmigen Gesang an der Orgel. Die Leitung des wunderbar fein abgestimmten Chors hatte diesmal Colin Boone, bis zum Ruhestand Englisch-Dozent an der Uni Tübingen. Die geistlichen Aufgaben teilten sich die Studierendenpfarrerin Heidi Abe und ihr Stuttgarter Kollege Kenneth Dimmick, Reverend der anglikanischen Gemeinde St. Catherine?s in Stuttgart.

„Heute fängt für mich Weihnachten an“, bekannte Priscilla Herrmann am Mittwochabend nach den „Lessons and Carols“. Die entsprechenden englischen Lieder sang sie schon als Kind mit ihrer Mutter in der indischen Metropole Bombay. Am Mittwochabend übernahm sie die vierte Lesung, in der Maria der Erzengel Gabriel erscheint.

Der Amerikaner Paul Kahle singt Bass. im Chor. Von Anfang an feierte er die „Lessons and Carols“ begeistert mit. Als wären sie ein Stückchen Heimat „für uns, die Englischsprachigen, die seit langem in Tübingen leben“, wie der Sportmediziner und Basketball-Jugendtrainer beim SV 03 sagte.

Weihnachten auf Englisch auch im Jahr 2010

Der Termin für die nächsten „Lessons and Carols“ in der Stiftskirche steht schon fest. Es ist Mittwoch, der 15. Dezember 2010. Wer auf Englisch im Chor mitsingen, eine der neun Bibelstellen vortragen, ein spezielles Lieblingslied vormerken lassen oder einfach noch Infos möchte, kann sich an die langjährige Organisatorin dieses besonderen Adventsgottesdienstes, Diane Blaurock, wenden (Telefon 0 70 71 / 2 23 74) – oder an carols@stiftskirche-tuebingen.de.

Zirka 750 große und kleine Fans der englischen Art, Weihnachten zu feiern, versammelten sich am Mittwochabend in der Stiftskirche. Bild: Sommer

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Erstellt:
18. Dezember 2009, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Dezember 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2009, 12:00 Uhr

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