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Zehn Stationen aus Duses Dasein
"Choreografische Phantasien über die Duse" in Hamburg: Alessandra Ferri und Carsten Jung. Foto: Holger Badekow
Hamburger Ballettchef John Neumeier würdigt mit "Choreografische Phantasien" eine ungewöhnliche Frau

Zehn Stationen aus Duses Dasein

Von der legendären Duse lässt sich John Neumeier zu "Choreografischen Phantasien" inspirieren. Getanzt wird sie von Primaballerina Alessandra Ferri.

09.12.2015
  • ULRIKE CORDES, DPA

Hamburg. Ihre scheinbare Natürlichkeit und Unmittelbarkeit des Gefühls waren das Ergebnis höchster Kunst - und machten sie früh zur berühmtesten Schauspielerin ihrer Zeit. Bis heute ist sie eine Legende: Eleonora Duse, 1858 als Tochter fahrenden Volks in Italien geboren und 1924 einsam in einem Hotelzimmer in Pittsburgh (USA) gestorben. Mit ihren Affären, Lieben und Leiden machte sie fast genauso Furore wie mit ihren Shakespeare-Interpretationen, die sie bei Gastspielen in zahlreichen Ländern zeigte.

Von der Strahlkraft dieser einzigartigen Künstlerpersönlichkeit ließ sich der Hamburger Ballettdirektor John Neumeier zu "Choreografische Phantasien über Eleonora Duse" inspirieren. Das Projekt zu Musik von Benjamin Britten und Arvo Pärt hatte am Sonntag in der Hamburgischen Staatsoper Premiere. Das Philharmonische Staatsorchester dirigierte Simon Hewett.

Dass der Abend ein großer Erfolg wurde, ist wohl vor allem einer Tänzerin zu verdanken, deren Kunst und Ausstrahlung schlichtweg sensationell sind: Alessandra Ferri. Die 52-jährige Primaballerina und kongeniale Landsfrau von Eleonora Duse war einst Mitglied des Royal Ballet London und hatte beim New Yorker American Ballet Theatre gearbeitet, bevor sie sich vor Jahren ins Private zurückzog. In ihrer Grazilität ist sie zwar eine ganz andere Erscheinung als die eher stämmige Schauspielerin. Dennoch vermittelt die reife, aber mädchenhafte Ferri eine auf das Wesentliche konzentrierte Kraft, zurückgenommene Anmut und berührendes Gefühl.

Die dunkel skizzierte südländische Stadtmauer, vor der Neumeier - auch für Bühnenbild, Licht und Kostüme verantwortlich - zehn Stationen aus Duses Dasein darstellen lässt, verweisen auf die Außenseiterposition, die Künstler zu allen Zeiten einnahmen und einnehmen.

Zunächst aber erlebt der Zuschauer in einem angedeuteten Kino "die Duse" persönlich: Szenen aus ihrem Film "Cenere", in dem sie eine Mutter darstellte, die sich unter Schmerzen von ihrem unehelichen Kind trennen muss. Aus der Reihe der Kinogäste löst sich eine schwarz gekleidete Frau (Ferri) und wird von einem Soldaten wirbelnd in den Tanz gezogen. Er war der erste Mann in Eleonore Duses Leben. Später werden sich der "Mentor", getanzt vom Ersten Solisten des Hamburg Ballet, Carsten Jung, und der Dichter Gabriele d Annunzio dazugesellen. Fast nackt und mit aggressiv erotischer Ausstrahlung tanzt der Armenier Karen Azatyan diesen Verführer.

Mit großem Ensemble erzählt der erste Teil von "Duse" das Leben des Stars als Handlungsballett. Streng und klar abstrakt gehen Neumeiers Fantasien nach der Pause zu Ende - im Himmel. Vor blau oder grau schimmerndem Hintergrund trifft Duse die drei wichtigsten Männer in ihrem Leben wieder. Ästhetik pur, ein Tanz der Seelen, der die Tragödin allein zurücklässt. Mit dem Rücken zu den Zuschauern streckt Alessandra Ferri ihre Arme nach oben, während der Vorhang fällt.

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09.12.2015, 08:30 Uhr
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