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52-Jährige verurteilt

Zehn Jahre Haft für Baby-Raub in Südafrika

Im Alter von drei Tagen wurde ein Mädchen aus dem Krankenhaus gestohlen. 19 Jahre später verurteilte ein Gericht in Kapstadt die vermeintliche Mutter.

16.08.2016
  • AFP

Kapstadt. 19 Jahre nach der Entführung eines Neugeborenen aus einem südafrikanischen Krankenhaus hat ein Gericht die Täterin zu zehn Jahren Haft verurteilt. Richter John Hlophe begründete das Strafmaß gegen die 52-Jährige in Kapstadt mit der Schwere der Tat, wie südafrikanische Medien berichteten. Das Mädchen war im Alter von drei Tagen aus seinem Bettchen im Krankenhaus gestohlen worden, erst als Jugendliche erfuhr es die Wahrheit.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte die Verurteilte die kleine Zephany im März 1997 aus ihrem Bettchen in einem Krankenhaus in Kapstadt gestohlen. In den folgenden Jahren zog sie das Kind wie ihr eigenes auf. Die Entführung sei mit Vorsatz erfolgt und die Tat sei zu schwer, um nicht mit Gefängnis bestraft zu werden, sagte Richter Hlophe. Als mildernden Umstand erkannte er unter anderem an, dass die Angeklagte nicht vorbestraft war.

Die wahre Identität des Mädchens war im Februar 2015 durch Zufall ans Licht gekommen: Mitschülern der damals 17-Jährigen fiel auf, dass eine neue, jüngere Schülerin ihr verblüffend ähnlich sah. DNA-Tests ergaben, dass die Mädchen Schwestern sind. Zephanys leibliche Eltern Celeste und Morne Nurse hatten nach dem Verschwinden ihrer Tochter drei weitere Kinder bekommen. Sie gaben die Hoffnung nie auf, Zephany wiederzufinden, und feierten jedes Jahr ihren Geburtstag.

Wie sich später herausstellte, wuchs das Mädchen wenige Kilometer von seinen leiblichen Eltern entfernt auf. Es verlebte anscheinend eine glückliche Kindheit und war nie über seine wahre Identität aufgeklärt worden – ebensowenig wie sein angeblicher Vater.

Die 52-jährige Angeklagte sagte vor Gericht aus, sie habe Ende 1996 nach mehreren Fehlgeburten aus Verzweiflung eine Frau kontaktiert und diese dafür bezahlt, ein Baby für sie zu finden. Das Kind habe sie dann fünf Monate später in Empfang genommen. Im Kreuzverhör verstrickte sich Zephanys Ziehmutter allerdings in Widersprüche. Das Gericht wies ihre Darstellung zurück und sprach sie der Kindesentführung schuldig.

Trotz der Enthüllungen über ihre Herkunft baute Zephany keine Beziehung zu ihren leiblichen Eltern auf. Während des Prozesses beschimpften sich beide Familien außerhalb des Gerichtsgebäudes. Medienberichten zufolge lebt Zephany wieder im Haus ihrer Kindheit mit ihrem vermeintlichen Vater. Ihre leibliche Großmutter bestätigte, dass die junge Frau ein Kind erwarte. Zephanys leiblicher Vater begrüßte das Urteil. Nun wolle er Zephany besser kennenlernen: „Der Weg nach vorn ist es nun, eine Beziehung zu meiner Tochter aufzubauen, das ist alles.“

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16.08.2016, 06:00 Uhr
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