Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
„YSL“ schockiert mit Porno-Chic
Flugblatt gegen Yves-Saint-Laurent-Werbung. Foto: afp
Werbung

„YSL“ schockiert mit Porno-Chic

Dünne Models, entwürdigende Posen: Die neue Kampagne des Modehauses empört Franzosen.

09.03.2017
  • PETER HEUSCH

Paris. Dass das Modehaus Yves Saint Laurent (YSL) mit seiner jüngsten Werbekampagne – mal wieder – Aufsehen erregen wollte, ist unübersehbar. Die die Pariser Litfaßsäulen schmückenden Plakate, auf denen sich junge Frauen in Netzstrumpfhosen und mit auffälligen High-Heel-Rollschuhen in lasziven Posen räkeln, erinnern fatal an Fotostrecken aus jener Sorte von Männermagazinen, die eher unter als über der Theke vertrieben werden.

Celine S. gehört zu den vielen Franzosen, denen „schlicht die Spucke weggeblieben ist“, als sie eines dieser Plakate sah. Es zeigt ein spindeldürres Mädchen in einem knappen Body, welches sich über einen Hocker beugt und devot den Po nach oben reckt. Für Celine, selber in der Modebranche tätig, ist das keine Werbung, sondern „aufwendig inszenierte Pornographie“.

Grund genug für die 27-Jährige, sich der auf Twitter unter dem Hashtag „Yves Saint Laurent, zieh deine entwürdigende Werbung zurück!“ lancierten Gegenkampagne anzuschließen. Doch diese Gegenkampagne ist nur die Spitze eines Eisbergs von empörten Kommentaren in den Sozialen Netzwerken. „Coco Chanel sagte, dass Luxus nicht das Gegenteil von Armut, sondern von Vulgarität ist“, heißt es da etwa.

Doch die meisten der zahllosen Anmerkungen fallen ungleich wütender aus. „Dekadenz, Anorexie, Submission, Dummheit – sind das die Markenzeichen von YSL?“ fragt eine Frau.

Tatsächlich sind es nicht nur die unterwürfigen, von einigen sogar als „Aufruf zur Vergewaltigung“ angesehenen Posen der Models, die einen Sturm des Protests ausgelöst haben. Genauso heftige Reaktionen ruft das Untergewicht der Mannequins hervor.

YSL sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, den Schlankheitswahn in einem Land zu befeuern, in dem an die 40 000 Mädchen und junge Frauen an Magersucht leiden. Ein Vorwurf, der ein juristisches Nachspiel haben könnte. Ende 2015 nämlich hat das Parlament die Anstiftung zur Magersucht als Gesundheitsgefährdung eingestuft und unter Strafe gestellt.

Weil inzwischen rund 50 Beschwerden gegen die YSL-Kampagne eingereicht wurden, hat sich die staatliche Werbeaufsicht ARPP eingeschaltet. Im Falle einer abwertenden oder demütigenden Darstellung von Menschen kann sie von den Verantwortlichen verlangen, diese Werbung einzustellen.

ARPP-Chef Stéphane Martin sagte, YSL habe die Regeln „eindeutig“ verletzt. Doch über ein Verbot will er erst nach einem Gespräch mit der Direktion des Modehauses entscheiden. Das findet heute statt.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.03.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Open-Air-Kinos in der Region
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular