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Winzer bejubeln den 2015er als "traumhaft"

Württemberger Wein gewinnt im ersten Halbjahr Marktanteile

In Württemberg konnten sich die Genossen unter den Winzern besser behaupten als in Baden. Ein Top-Jahrgang nährt in beiden Landesteilen die Hoffnung auf eine gute Position in einem schwierigen Markt.

13.10.2015
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn Ein Berufsstand, der zum Bruddeln neigt, muss sich in diesen Tagen einen neuen Wortschatz zulegen. Angesichts eines Jahrgangs, der selbst die kühnsten Erwartungen der Winzer übertrifft, fallen jetzt Vokabeln wie "hervorragend", "ganz enorm", "toll", "traumhaft schön", "besser geht's nicht". "Günstigstes Wetter" habe das Ergebnis in den letzten Tagen noch verbessert, die Trauben seien so gesund, dass sie nicht mehr im Schnelldurchgang vom Stock gezupft werden müssten. Bei Säure und Mostgewicht ist eine "optimale Güte" erreicht, wie sie der Heilbronner Kellermeister Arne Maier in 31 Berufsjahren "noch nie erlebt" hat.

Wurde der 2015er zunächst mit dem "Jahrhundertjahrgang" 2003 gleichgesetzt, wird jetzt mit jedem Beerchen klarer, dass die Qualität sogar besser ist. Demnach erwartet die Weintrinker ein Nachschub, der dem 1997er und 1990er gleichkommt, wurde gestern in Heilbronn vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband prophezeit. Dessen Mitgliedsbetriebe, die im ganzen Land für rund 70 Prozent der Reben verantwortlich sind, gehen in Baden mit 83 Mio. Liter von einer "Normalernte" aus, in Württemberg liegt die Menge von etwa 79 Mio. Liter um 5 Prozent über dem Vorjahr. Weil die Vorräte knapp sind, kommen die ersten weißen 2015er früh auf den Markt.

Die Kooperativen haben 2014 nur in Württemberg ihre Position stabilisieren können. Mit 69 Mio. Liter wurden zwar geringfügig weniger Wein und Sekt verkauft, dafür konnte mit 218,1 Mio. EUR etwas mehr erlöst werden. In Baden ging der Absatz um 6,9 Prozent auf 83 Mio. Liter zurück, der Umsatz sank um 2,8 Prozent auf 263 Mio. EUR. In beiden Landesteilen hätten die Absatzrückgänge durch höhere Preise aufgefangen werden können, erklärte Verbandspräsident Roman Glaser. Dies beweise "die sehr gute Qualität der genossenschaftlichen Weine".

Die Weinerzeuger müssen sich auf schwierigem Terrain behaupten. Im ersten Halbjahr 2015 büßte der deutsche Weinmarkt bei Ab- und Umsatz etwa ein Prozent ein. Stärker nachgefragt wird nur Rotwein, was Württemberg mit einem roten Anteil von rund 70 Prozent zugute kommt. Auch deshalb konnte der wertmäßige Marktanteil des Württembergers auf 12 Prozent gesteigert werden, obwohl nur zehn Prozent der deutschen Rebfläche bewirtschaftet werden. Damit teilt sich Württemberg den Platz mit den badischen Kollegen, die aber über 30 Prozent mehr Weinberge verfügen können. "Wir haben uns wieder an alte Dimensionen herangekämpft", teilte Dieter Weidmann von der Württembergischen Zentralgenossenschaft in Möglingen frohgemut mit. Vor allem mit dem Trollinger seien "hervorragende Geschäfte" zu machen: "Je weiter wir uns vom Anbaugebiet entfernen, desto leichter tun wir uns mit der Vermarktung dieses Unikats."

Über die Preisentwicklung mochten die Standesvertreter nur wenig preisgeben. Allenfalls eine "moderate Anhebung" sei denkbar, hieß es. Denn nicht nur in Baden und Württemberg wird eine gute Ernte eingefahren, auch Konkurrenten aus den anderen elf Anbaugebieten und aus dem Ausland drängen in die Regale deutscher Läden. Dass die Erzeuger mehr für ihr Produkt haben wollten, sei nach "massiven Einkommenseinbußen" klar. "Wir kommen jetzt an die Normalsituation heran", erklärte Weidmann.

Württemberger Wein gewinnt im ersten Halbjahr Marktanteile
Im stadteigenen Weinberg in Metzingen sind 1200 Kilo Trauben gelesen worden. Die Qualität ist auch hier sehr gut. Foto: Thomas Kiehl

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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