Tübingen · Regionalstadtbahn

100 Tage bis zum Bürgergentscheid: Worauf die Region abfahren soll

Mit einem dichten Netz aus Zugverbindungen sollen viele vom Auto umsteigen. Noch 100 Tage bis zum Bürgerentscheid in Tübingen.

18.06.2021

Von Gernot Stegert

Die Regionalstadtbahn soll den Verkehr in den Kreisen Tübingen, Reutlingen, Zollern-Alb und Freudenstadt verstärkt auf die Schiene bringen – mit Aus- und Neubauten.

Mit der Bahn von Rottenburg oder Mössingen zum Einkaufen nach Tübingen, zum Landratsamt in den Mühlbachäckern, zur Universität oder zu den Unikliniken auf dem Schnarrenberg. Von Waldhäuser Ost zum Arbeitsplatz nach Stuttgart oder zum Ausflug auf die Alb. Alles ohne Umsteigen. Das sind die Visionen der Stadtbahn-Befürworter.

Die Gegner sagen, das ginge auch mit einer Kombination aus Bahn und Bus. Ein paar Meter vom Haupt- zum Busbahnhof am bald sanierten Tübinger Europaplatz halten nicht so sehr von der Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs ab wie schlechte Verbindungen, der Dschungel der Tarife und komplizierte Ticket-Zuständigkeiten im Naldoverbund. Beide eint die Unzufriedenheit über die Autostaus morgens und spätnachmittags. Und das Ja zur Regionalstadtbahn insgesamt.

Auseinanderzuhalten ist die Regionalstadtbahn Neckar-Alb und die Innenstadtstrecke Tübingen. In der Universitätsstadt sollen komplett neu Gleise verlegt werden (siehe Karte ) – wie auch in Reutlingen.

So sehen die Pläne für die Innenstadtstrecke in Tübingen bisher aus – in zwei Bau-Abschnitten (rot und blau).

Das Gesamtprojekt in der Region nutzt vorhandene Strecken, baut diese aus und elektrifiziert sie. Es ist bei Parteien, Kommunen wie Interessensverbänden unstrittig. Bausteine sind (siehe Karte oben):

Der Ausbau und die Elektrifizierung der Ammertalbahn von Herrenberg bis Tübingen läuft bereits mit den Zwischenhaltepunkten Tübingen West, Unterjesingen Sandäcker, Unterjesingen Mitte, Pfäffingen, Entringen, Altingen, Gültstein und Herrenberg Zwerchweg. Zweigleisige Abschnitte bei Unterjesingen und Entringen erlauben einen besseren Takt als bisher. In der Hauptverkehrszeit soll die Ammertalbahn viertelstündlich fahren.

Die Neckar-Alb-Bahn von Tübingen über Reutlingen nach Metzingen wird erweitert. Neue Haltepunkte werden in Tübingen der Güterbahnhof und die Neckaraue sein. Halten wird die Bahn weiter in Kirchentellinsfurt, Wannweil und Betzingen. Sie soll halbstündlich fahren.

Die Ermstalbahn zwischen Metzingen und Bad Urach wird ausgebaut und elektrifiziert mit geplantem Halbstundentakt.

Die Neckartalbahn zwischen Horb und Tübingen wird verbessert. Zu den Haltepunkten Kiebingen, Rottenburg, Bad Niedernau, Bieringen, Eyach und Mühlen kommen Tübingen Mühlbachäcker, Weilheim, Kilchberg Ort, Bühl, Sulzau und Börstingen.

Die Zollern-Alb-Bahn von Albstadt nach Tübingen wird komplett elektrifiziert und erhält neue Haltepunkte in Tübingen Mühlbachäcker, Steinlachwasen (neben Derendingen), Dußlingen Ost und Schulzentrum Höhnisch (neben Dußlingen Bahnhof), Nehren Mitte (neben Nehren Bahnhof/Süd). Im Anschluss wird die Talgangbahn nach Onstmettingen reaktiviert.

Neu gebaut wird die Gomaringer Spange zwischen Gomaringen und Reutlingen, eine Abkürzung aus dem Süden an Tübingen vorbei nach Reutlingen.

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Erstellt:
18. Juni 2021, 22:21 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2021, 22:21 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2021, 22:21 Uhr

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