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VW setzt auf Elektro-Antrieb

Wolfsburger treiben Zukunftstechnologien voran und kürzen Investitionen

Volkswagen versucht im Abgas-Skandal die Flucht nach vorn: Die Wolfsburger wollen verstärkt auf die Elektro-Antriebe und innovative Technologien setzen. Zudem nimmt ein harter Sparkurs Gestalt an.

14.10.2015
  • AFP/DPA

Wolfsburg/Hannover Aus Sorge um die Folgen des Skandals um gefälschte Abgaswerte tritt VW hart auf die Bremse: Die Investitionen für die Marke Volkswagen sollen pro Jahr um 1 Mrd. EUR gekürzt werden, teilte Volkswagen in Wolfsburg mit. Um wie viel die Marke VW die eigenen Pläne kürzen muss, wurde nicht aufgeschlüsselt.

Bislang sollten bis zum Jahr 2020 konzernweit 86,2 Mrd. EUR fließen - rund 17,1 Mrd. EUR pro Jahr. Zuvor hatte Konzern-Chef Matthias Müller bereits angekündigt, dass das bereits angekündigte Einsparziel von 5 Mrd. EUR zusätzlich verschärft werde.

Einem Zeitungsbericht zufolge halten die Wolfsburger auch ihre Zulieferer an, zu Einsparungen beizutragen. Insider rechnen laut "Handelsblatt" damit, dass auf VW bis zu 40 Mrd. EUR an Strafen und Schadenersatz zukommen könnten. Dafür müsse VW nicht nur konzernintern sparen. Auch Zulieferer sollen laut dem Bericht 3 Mrd. EUR Einsparungen beisteuern. Ein "großer deutscher Zulieferer" habe bereits bestätigt, dass VW "deutlich mehr Effizienz" einfordere.

Konzernintern soll es Kürzungen bei Gehältern, im Marketing, bei den Sponsoringaktivitäten sowie der Modellvielfalt geben. Auch müssten sich die Mitarbeiter auf eine geringere Ergebnisbeteiligung einstellen, berichtete die Zeitung. VW wollte sich dazu nicht äußern.

Statt dessen betont VW, dass in Dieselautos in Europa und Nordamerika künftig nur noch die "umwelttechnisch besten Abgassysteme" zum Einsatz kommen würden. Der Umstieg auf so genannte SCR- und AdBlue-Technologie sei zum "frühestmöglichen Zeitpunkt" beschlossen worden.

Konzernweit will Volkswagen die Entwicklung elektronischer Antriebstechnologien vorantreiben. Dafür kündigte VW einen "Elektrifizierungsbaukasten" an. Darunter versteht der Autobauer ein standardisiertes Produkt, das in viele Fahrzeugtypen eingebaut werden kann. Künftig sollen elektronische VW-Fahrzeuge eine Reichweite von 250 bis 500 Kilometern haben. Das VW-Flaggschiff "Phaeton" soll nach Konzern-Angaben als reines Elektroauto weiterentwickelt werden.

"Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Marke Volkswagen, Herbert Diess. "Wir werden effizienter, richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien."

Unterdessen warf Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der auch im VW-Aufsichtsrat angehört, Volkswagen vor, die Manipulationen zu spät eingestanden zu haben. "Dieses Eingeständnis hätte klar und deutlich sehr viel früher erfolgen müssen", sagte Weil im niedersächsischen Landtag in Hannover. Neben der Entscheidung, Abgaswerte zu fälschen sei dies ein "weiterer schwerer Fehler" gewesen.

Denn die Krise bei VW sorgt derweil in der norddeutschen Tiefebene zunehmend für Angst: Rund 120 000 der 600 000 VW-Mitarbeiter sind in Niedersachsen beschäftigt. Gleich sechs Werke haben hier ihren Standort. In betroffenen Kommunen - darunter die Städte Wolfsburg und Braunschweig - sind die Haushaltsplanungen bereits auf Eis gelegt.

Auch viele große und kleine Unternehmen, die als Zulieferer eng mit VW zusammenarbeiten, bekommen zunehmend die Krise bei Volkswagen spüren. Gerade im Wolfsburger Mikrokosmos gibt es ganze Firmen, die praktisch nur von Volkswagen leben und bei denen zumindest die Belegschaftsgröße mit VW steht und fällt.

Wolfsburger treiben Zukunftstechnologien voran und kürzen Investitionen
VW-Chef Matthias Müller will nach einem Medienbericht bei den Zulieferern rund drei Milliarden Euro sparen. Foto: dpa

Wolfsburger treiben Zukunftstechnologien voran und kürzen Investitionen

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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