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Wolf oder Hund? Sicherheit bringt erst die DNA-Probe

Bernd Nonnenmacher vom Alternativen Wolf- und Bärenpark über Wolfsichtungen im Kreis

Mit seiner mutmaßlichen Wolfssichtung hat Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch eine Kettenreaktion ausgelöst. In E-Mails und auf der Facebookseite des TAGBLATTs häufen sich Nachrichten von Leuten, die ebenfalls ein Exemplar gesehen haben wollen.

12.10.2018

Von Peter Strigl

Auf unserem Bild steht der Wolf (rechts) einem Husky gegenüber, den auch ein ungeschultes Auge recht einfach an der geschwungenen Rute erkennen kann. Bilder: ©hdesert - stock.adobe.com / ©lightpoet-Fotolia.com

Und der Experte gibt ihnen Recht: „Das wäre nicht ungewöhnlich. Die Rudelstruktur der Wölfe ist ähnlich unserer Sozialstruktur.“ Der Nachwuchs wird abgeschlagen, also verjagt, sobald er geschlechtsreif ist, sagt Bernd Nonnenmacher, Parkleiter im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald. Demnach könnte es sich um ein Jungtier gehandelt haben, welches das elterliche Rudel verlassen musste.

Auf der Suche nach einem neuen Revier legen Wölfe weite Strecken zurück, bis zu 100 Kilometer in einer Nacht. Dabei können sie in dicht besiedelten Gegenden auch mal Wohngebiete durchqueren. Das geschieht allerdings meistens unbemerkt, da sie den Menschen meiden.

Nonnenmacher schränkt jedoch ein: „Sichtungen passieren ständig, sobald der Wolf mal in der Presse ist.“ Die Experten klassifizieren solche Meldungen auf einer Skala von C1 bis C3. Eine verifizierte Sichtung ist C1, die setzt allerdings ein scharfes Foto und einen deutlichen Pfotenabdruck voraus. Am sichersten ist eine DNA-Probe.

Ansonsten lässt sich der Wolf an einigen Merkmalen erkennen. Zum Beispiel an seinem geraden Rücken und langen Beinen, die im Profil ein beinahe quadratisches Erscheinungsbild ergeben. Auch die Schnauze ist beim Wolf länger. Der Gang ist geradlinig und zielstrebig. „All das gibt es aber auch bei Hunden“, sagt Nonnenmacher. Bei ihm im Wildpark habe es früher wöchentlich besorgte Anrufe gegeben, da eine Anwohnerin zwei Tschechoslowakische Wolfhunde besaß. Die sehen den Wildtieren tatsächlich zum Verwechseln ähnlich.

Wie auch bei Hunden empfiehlt Nonnenmacher bei einer Begegnung mit einem Wolf ruhig zu bleiben, ihn anzusprechen und notfalls in die Hände zu klatschen. „Die Leute sollten bedenken: Der Wolf ist keine Bestie – aber auch kein Kuscheltier.“

Ein Wolf, fotografiert im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach. Bild: Alternativer Wolf- und Bärenpark

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Erstellt:
12. Oktober 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Oktober 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2018, 01:00 Uhr

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