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Preise aus dem Häuschen

Wohnungen in Ballungszentren werden immer teurer

Die Preise für Wohnungen und Häuser in Ballungszentren dürften auch in den nächsten Jahren deutlich steigen. Seit 2009 haben sie in den Großstädten im Schnitt um bis zu zehn Prozent jährlich zugenommen.

08.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Im Harz ist ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus schon für 500 EUR pro Quadratmeter zu haben. In München müssen dafür im Schnitt 7200 EUR hingelegt werden. In Freiburg als teuerster Stadt in Baden-Württemberg sind es 3600 EUR, in Stuttgart 3400 EUR. Die Schere geht immer weiter auseinander, und ein Ende ist nicht in Sicht: "Für Städte und Regionen mit steigenden Bevölkerungszahlen erwarten wir weiter steigende Preise", sagt der Sprecher des Arbeitskreises der amtlichen Gutachterausschüsse, Siegmar Liebig.

Die Ausschüsse für Grundstückswerte erfassen alle Immobilienverkäufe. Die Zahlen für Baden-Württemberg sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, da hier die Ausschüsse sehr kleinteilig agieren und daher die Datenbasis dünn ist. Im vergangenen Jahr wechselten bundesweit rund 900 000 Häuser, Wohnungen und Gewerbeimmobilien ihren Besitzer. Dabei wurden 191 Mrd. EUR umgesetzt. Seit 2009 gab es recht kontinuierlich einen Zuwachs von 8 Prozent im Jahr, obwohl sich die Zahl der Transaktionen kaum veränderte.

Auf Wohnimmobilien entfielen mit 130 Mrd. EUR zwei Drittel des Gesamtumsatzes. In den Großstädten stiegen die Preise für Eigenheime und Mietshäuser seit 2009 jährlich im Schnitt um 10 Prozent, für Eigentumswohnungen um 6 Prozent. Auf dem flachen Land sind bei weitem nicht so starke Steigerungen zu beobachten, wenn überhaupt.

Teuere Wohnungen sind offensichtlich besonders gefragt, was die Preise weiter hochtreibt: Bei Eigentumswohnungen kletterten sie in den obersten Preiskategorien seit 2009 jährlich um 6 Prozent, während sie bei günstigen Wohnungen stabil bis leicht rückläufig waren. Gebrauchte Eigentumswohnungen in mittlerer Lage kosteten 2014 im Bundesschnitt 1200 EUR pro Quadratmeter. Das teuerste Pflaster war die Stadt München mit 4200 EUR, gefolgt von Sylt und dem Landkreis Starnberg. Baden-Württemberg und Bayern lagen im Schnitt bei 1550 EUR.

Neue Eigentumswohnungen waren in den beiden südlichen Bundesländern mit etwa 2800 EUR fast doppelt so teuer wie alte. Bundesweit werden 2400 EUR genannt. Die Spitze liegt in München mit 5600 EUR. Die niedrigsten Preise gibt es mit 525 EUR im Altkreis Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern).

Bei Mehrfamilienhäusern, also den klassischen Mietshäusern, sind die Preise zwar im obersten Segment am stärksten gestiegen. Doch auch in den unteren zeigt die Tendenz nach oben. Investoren seien bereit, in Regionen mit steigender Bevölkerung eine geringere Rendite hinzunehmen, berichtet Liebig. In Baden-Württemberg und Bayern liegt sie im Schnitt meist unter 4 Prozent, während im Norden und Osten häufig 6 Prozent und mehr zu erzielen sind. Bundesweit werden für große Miethäuser 5,7 Prozent genannt. Die Tendenz ist rückläufig: 2009 waren es noch 6,4 Prozent.

Mit Gewerbeimmobilien wurden im vergangenen Jahr 33,6 Mrd. EUR umgesetzt. Davon entfielen 44 Prozent auf Handelsbauten und 35 Prozent auf Büros. Insbesondere bei Geschäftsgebäuden sowie Kauf- und Warenhäusern in den Innenstädten sind die Preise deutlich gestiegen. Hier liegt Frankfurt am Main einsam an der Spitze, gefolgt von München und Düsseldorf.

Anzeichen für eine Immobilienblase sieht Liebig höchstens in einigen Städten. Die meisten investierten in selbst genutzte Immobilien, die sie nicht schon nach wenigen Jahren verkauften. Im Vergleich zu London oder Paris haben deutsche Großstädte immer noch ein relativ niedriges Preisniveau.

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08.12.2015, 08:30 Uhr
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