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Viele Senioren wollen in die eigenen vier Wände wechseln

Wohnungen für junge Alte

Die Babyboomer kommen langsam ins Rentenalter. Daher fehlen in Deutschland bis 2030 etwa 3 Millionen seniorengerechte Wohnungen. Viele planen einen Umzug und bevorzugen dabei Wohneigentum.

01.12.2015
  • DIETER KELLER

Berlin. Innenstadtnah, mit Balkon, Terrasse oder Garten, nahe an Einkaufsmöglichkeiten und mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr - so stellen sich die Senioren von morgen ihre Wohnung vor. Allerdings haben sich die meisten der heute 50- bis 65-Jährigen noch keine Gedanken über dieses Thema gemacht: Nur jeder Dritte hat konkretere Vorstellungen, ergab eine Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln unter 300 Vertretern dieser Altersgruppe, die in Großstädten ab 100 000 Einwohnern leben.

Alle Pläne für Wohnungsbau werden gerade durch die Flüchtlingswelle kräftig durcheinandergewirbelt. Klar ist: Der Markt der Senioren ist davon unabhängig. Denn die leben längst in Deutschland. Dass sich die Babyboomer-Generation der Rente nähert, ist absehbar: Die Zahl der Alten steigt deutlich. Derzeit sind 17 Mio. Bundesbürger mindestens 65 Jahre alt. 2030 dürften es 22 Millionen sein. Ihr Anteil an der Bevölkerung nimmt von 21 auf 28 Prozent zu. In vielen Regionen gerade in Ostdeutschland dürfte er deutlich über 30 Prozent steigen. Für Baden-Württemberg werden 26 Prozent erwartet.

Daher sind für diese Altersgruppe rund 3 Mio. Wohnungen mehr erforderlich als heute, schätzt IW-Forscher Philipp Deschermeier. Der Bedarf sei nicht nur durch Neubau zu decken, sondern auch durch Umbau von Altbauwohnungen.

Was eine seniorengerechte Wohnung ausmacht, ist nicht definiert - im Gegensatz zur Barrierefreiheit, die sich als behindertengerecht übersetzen lässt. Außer dieser erwarten Ältere auch "Wohlfühlfaktoren" wie Balkon, Terrasse oder Garten, aber auch Ärzte in der Nähe.

Derzeit sind nur 1,5 bis 2 Prozent aller Wohnungen barrierearm oder -frei, schätzt der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Rund 328 000 sind es bei Mitgliedern des Verbands, in dem hauptsächlich kommunale Wohnungsbaugesellschaften organisiert sind. Das entspricht knapp 6 Prozent aller GdW-Wohnungen. Bei freien Trägern und Baugesellschaften spielt dieser Markt dagegen kaum eine Rolle.

Dabei plant jeder fünfte Befragte, in den nächsten 5 Jahren umzuziehen. Viele derjenigen, die heute in Miete wohnen, würden lieber in den eigenen vier Wänden leben. Die Großstädter wollen vor Ort bleiben, am liebsten in ruhiger Lage innenstadtnah oder direkt in der Innenstadt. In eine Kleinstadt oder aufs Dorf drängt es nur jeden Fünften im Alter. Kinder im Haushalt spielen in diesem Alter keine Rolle mehr: 45 Prozent leben allein, 40 Prozent als Paar ohne Kinder. Trotzdem steigt der Platzbedarf: Bis 2030 nimmt er von 46 auf 52 Quadratmeter pro Kopf zu, schätzt das IW.

Wenn sie im Alter mehr Unterstützung brauchen, dann möchten 60 Prozent nicht in eine stationäre Pflegeeinrichtung ziehen. Viel lieber wollen sie in ihrer derzeitigen Wohnung bleiben und einen mobilen Pflegedienst engagieren. Aber auch neue Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser oder Betreutes Wohnen werden durchaus erwogen - wenn es sie gäbe. Noch ist das Angebot klein. Geteilt sind die Ansichten beim Zusammenleben mit Gleichaltrigen in einer Senioren- WG mit eigenem Zimmer oder Wohnung: Das kann sich knapp jeder Fünfte vorstellen, zwei Fünftel dagegen gar nicht.Zu viele Barrieren

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01.12.2015, 08:30 Uhr
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