Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Stars im Internet zwischen Nächstenliebe und Selbstvermarktung

Wohltätige Promis

Ein Star, nicht nur auf dem Roten Teppich: Immer wieder heimsen Promis in Internetforen Lob für ihre guten Taten ein. Doch der Grat zwischen Nächstenliebe und Selbstinszenierung ist schmal.

09.02.2016
  • LAURA LEWANDOWSKI, DPA

Berlin. Er in schwarzer Jacke, sie in Sanitäter-Uniform mit leuchtend gelben Streifen: Ex-Fußballprofi David Beckham und die Pflegerin Catherine Maynard strahlen auf dem Foto des London Ambulance Service um die Wette. Der Grund für das öffentlich zur Schau gestellte Glück: Kurz zuvor hatte der 40-jährige Sportler-Superstar der Frau und ihrem Patienten die Wartezeit auf einen Krankenwagen versüßt. Mit Tee und Kaffee. Das Foto wurde Anfang Februar auf Twitter gepostet - und bis heute mehr als tausend Mal geteilt. Eine wohltätige Geste, die sich am Ende vor allem für Beckham selbst lohnt - und mit der er sich in die Riege der Prominenten einreiht, die das junge Jahr schon ein Stück besser gemacht haben.

Denn erst Ende Januar hatte bereits US-Schauspieler Jamie Foxx mit einer spektakulären Rettungsaktion in den Medien reichlich Aufmerksamkeit erregt. Der Hollywood-Star, der sonst in seinen Filmen als Action-Held triumphiert, hatte nahe seinem Grundstück einen 48-jährigen Autofahrer aus dessen verunglücktem und in Flammen aufgegangenem Wagen befreit. Wer auf Foxx Instagram-Account stöbert, sieht ein rührendes Bild, auf dem der Vater des Opfers und der Star einander in den Armen liegen. ". . .Keine Helden . . . nur glückliche Väter", steht neben dem Beitrag - rund 47 000 Nutzern des Internet-Forums gefällt das.

Auch hartgesottene Rocker wie Gene Simmons zeigen in den so genannten "sozialen Netzwerken" ihre weiche Seite: Der 66-Jährige im israelischen Haifa geborene Songschreiber und Sänger der Hard-Rock-Band Kiss hatte Mitte Januar einen krebskranken Teenager in einem Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Nevada besucht. Dessen Post zufolge erfüllte er dem 17-Jährigen damit einen seiner größten Wünsche - Zeit mit seinem Idol zu verbringen. Der Internetbeitrag der Klinik verriet anschließend: "Die zwei hingen ab, tauschten Geschichten aus und lachten gemeinsam (. . .)." Auch auf Simmons Facebook-Seite war das Foto wenig später zu sehen - fast 30 000 User waren von der Aktion begeistert.

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere machen Promis hin und wieder glücklich. Ebenfalls im Januar hat das Glamour-Paar George und Amal Clooney die Netzgemeinde beglückt, als es einen verkrüppelten Hund aus dem Tierheim rettete. "Mehrere Leute haben sich darum beworben, ihn zu adoptieren. Als sie ihn dann aber gesehen haben, haben sie ,Nein gesagt", berichtete die Organisation LuvFurMutts Animal Rescue. Die Geschichte spann sich durch sämtliche Medien und ließ das Herz tausender Tierfreunde in Internet- Gruppen und -Foren höherschlagen.

Kritische Menschen fragen allerdings zu Recht: Zählt das digitale Verbreiten guter Taten als Zeichen der Nächstenliebe oder ist am Ende doch alles nur PR, Promotion, Selbstvermarktung, Masche? "Bei Social Media geht es in erster Linie um Likes und Quoten", sagt dazu Promi-Experte Jens Hilbert. Dennoch sei an dem Motto "Tue Gutes und sprich darüber" nichts Verwerfliches: "Wenn Menschen Zivilcourage beweisen, hat das nichts mit Red Carpet zu tun", sagt Hilbert. Die Ärmel hochzukrempeln und dies auch zu zeigen, sei nicht pietätlos, sondern das gute Recht von jedem. Gute Taten von Berühmtheiten könnten außerdem einen positiven Nebeneffekt haben, meint der Social-Media-Experte Ibrahim Evsan. In seinen Augen sind Promis "Wertebotschafter", die als Vorbilder dienen und zeigen, wie man sein kann. Allerdings mit einer Einschränkung: "Das Ganze muss ein Gesamtbild ergeben und glaubwürdig sein", sagt Evsan. Denn gerade im weltumspannenden Netz werde jede Lüge früher oder später entlarvt. Evsan fällt diesbezüglich etwa der Fall des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein: Kurz vor dem Jahreswechsel soll der Regierungschef einen Mann von einem Sprung von einer Brücke abgehalten haben. Im Internet kursierten Aufnahmen, in denen sich der Regierungschef als Retter inszenierte. Ob das Ganze eine Farce oder wirklich eine gute Tat war, das ist allerdings nach wie vor unklar.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.02.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular