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Kommentar · Wie schlau ist Deutschland?

Wo sitzen die Oberschlauberger?

25.08.2016
  • Ulla Steuernagel

„Am Ende zählt, man sollte Menschen nie auf eine Zahl reduzieren“, lautet die Warnung der „Bildzeitung“. Dabei waren wir allen Inklusionsgedanken zum Trotz schon kurz davor, in lautes Freudengebrüll auszubrechen. Mit „Bild“ ist nämlich raus: Tübingen ist 111, Hamburg zwei mehr und Karlsruhe liegt zwischen Hamburg und Tübingen. Ätsch, München, ihr seid nur 108! Zu dumm, Berlin, nur hundertdrei-hei! Euer Intelligenzquotient! Versteht ihr Berliner das überhaupt? Quotient ist das, was rauskommt, wenn man was tei-heilt! Wir Tübinger jedenfalls teilen Euren Platz 34 im Intelligenz-Ranking nicht! Wir sind weit außerhalb eurer Reichweite, wir sind die Nummer drei! Stuttgart landet mit seiner tiefergelegten Intelligenz bei einem Durchschnitt von 101 (Platz 53). Und – auweia – Wiesbaden liegt bei 85! Doch der 100. Platz mit 83er IQ gebührt allein Cottbus.

Also, wir Tübinger sind die drittschlausten der Republik: Wir sind 1-1-1! Gut, dass das jetzt alle wissen. Da schnappt man sich das Sudoku gleich mit neuem Selbstbewusstsein. Da liest man die Wissenschaftsmagazine sofort mit wacherem Verstand. Blöd nur, dass es in Tübingen vor Hochbegabten, Ausnahmewissenschaftlern und großen Geistern nur so wimmelt, das wiederum drückt leider die Schlauheit der anderen, womöglich liegen die auch nur auf Cottbus-Niveau.

Wir wissen also nicht so recht, was wir mit dieser Bronzemedaille im Intelligenz-Hochsprung anfangen sollen. Zunächst einmal unsere Bitte an die Bevölkerung: Ruhe bewahren!

Denn leider wissen wir über das Zustandekommen der Quotienten auch nichts. Oder nur, dass insgesamt vier Millionen den Intelligenztest ausgefüllt haben, der im Netz als das „Das-wahre-Ich“ läuft. Haben in Tübingen vielleicht nur drei Leute teilgenommen? Davon hatte einer 80, einer 130 und – na, wie viel muss dann die Nummer drei haben, damit ein Durchschnittsquotient von 111 herauskommt? a) 77b) 105 c) 123 d) 144? Verstehen wir Tübinger die Frage überhaupt?

Und haben die Hamburger sich vielleicht unter verschiedenen Namen eingelockt und immer wieder den selben Test durchgenudelt, bis sie ihn endlich aus dem Eff-Eff konnten? Eine Stammtischrunde von Ossi-Gegnern könnte als Cottbuser Nieder-IQ-Träger aufgetreten sein. Alles egal, Hauptsache es kommen ein paar griffige Zahlen raus.

Wir haben einen Verdacht: Die Cleversten im deutschlandweiten IQ-Battle sitzen in der Agentur, die sich das Ganze ausgedacht hat. Wir nennen den Namen jetzt extra nicht. Ein Start-up-Unternehmen, das sich so eine ganzseitige Anzeige in der „Bild“ erspart hat. Also Deutschland, hör genau zu, Tübingen verzichtet auf Platz drei! Wir Tübinger wissen ohnehin, dass man nicht nur am Ende, sondern schon am Anfang einen Menschen nicht auf eine Zahl reduzieren sollte.

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25.08.2016, 01:00 Uhr
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