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Wo in Mössingen überall der Hammer klopft
Baustelle Hallenbad: Tief senkt sich der Schwimmer-Bereich des Beckens ins Fundament des Baus. Rund 5,5 Millionen Euro muss die Stadt in die Sanierung stecken. Geplante Wieder-Eröffnung: Herbst 2018. Am Wochenende besichtigten Gemeinderäte die Baustelle. Bild: Kappeller
Bauvorhaben für 25 Millionen Euro

Wo in Mössingen überall der Hammer klopft

Vier millionenschwere Großprojekte stellt die Stadt Mössingen derzeit fertig – vom Hallenbad bis zum Hochwasserschutz. Im Lauf des kommenden Jahres sollen alle den Betrieb aufnehmen.

10.10.2017
  • Amancay Kappeller

Gebaut und saniert wird in Mössingen dieser Tage gefühlt an jeder Ecke. Am Wochenende trafen sich die Stadträte, um den Baufortschritt bei einigen der größten Projekte in Augenschein zu nehmen. „Mehr als 25 Millionen Euro verbauen wir derzeit“, sagte Oberbürgermeister Michael Bulander bei der Begrüßung am frühen Samstagvormittag.

Baustelle 1: die Pausa-Kantine

Start des Rundgangs war bei der denkmalgeschützten Pausa. Seit April saniert die Stadt auf Beschluss des Gemeinderats den ehemaligen Werkstatt- und Kantinentrakt. Die in den 1950er-Jahren vom Bauhausschüler Manfred Lehmbruck geplante Industrieanlage der ehemaligen Buntweberei Pausa gilt als einzigartiges und geschütztes Kulturdenkmal. „Das ist eine wichtige Aufgabe, der wir nachkommen wollen“, erklärte der OB. Ein Streuobstinformationszentrum mit Obstwerkstatt und ein von der KBF betriebenes Regional-Café mit Laden sollen in den Trakt ziehen. Das Café soll Ende Dezember fertig sein und im Februar öffnen, das Informationszentrum könnte Ende Mai den Betrieb aufnehmen, gab Baubürgermeister Martin Gönner einen Überblick.

Gar nicht so einfach war es, eine Firma zu finden, die die nötigen Arbeiten an der Stahlfassade erledigt, erzählte Gönner. In den letzten Wochen wurde „relativ unsichtbar äußerlich alles zurückgebaut“. Nun habe man begonnen mit der Installation der Heizungsleitungen. Auch wenn derzeit noch alles „relativ nackig“ wirke: Die Bauarbeiten gehen laut Gönner wie geplant voran. In den nächsten zwei Wochen erfolgt der Fassadenausbau. Dabei wird jedes einzelne Stahlteil zurückgebaut, wieder hergerichtet – oder eben ersetzt. Voraussichtlich Mitte November soll die Fassade wieder eingebaut werden. Auch der Platz vor der Kantine, der ehemalige Betriebshof, steht unter Denkmalschutz. Er wird asphaltiert. Mit dem Denkmalamt habe man ausgehandelt, im hinteren Teil einen großen Baum aufstellen zu dürfen – als natürliche Sommerbeschattung.

Das gesamte Gebäude bekommt eine Akustikdecke, welche der historischen Decke nachgebildet ist. Die Unterkonstruktion der Möbel im Café bestehe aus Stahlrahmen, erklärte Gönner. Das Möblierungskonzept spiegele die Konstruktion des Hauses wider, „solide und einfach“. Zumindest eine Sitzgruppe wird aus klassischen Pausa-Stühlen bestehen.

Baustelle 2: die List-Schule

Seit August 2016 wird die Friedrich-List-Gemeinschaftsschule für rund 8 Millionen Euro generalsaniert. Auch dieses Gebäude wurde 1965 von Lehmbruck geplant und steht unter Denkmalschutz. Der mit der Renovierung betraute Architekt Ernst-Martin Rempfer erklärte den Räten in der Aula, welche Arbeiten bereits gelaufen sind – und was noch ansteht. Zur Zeit wird die neue Lüftungsanlage eingebaut. An die Lüftung angeschlossen sind dann später auch die Klassentrakte, die von der Halle abgehen. „Wir hatten das volle Programm an schadstoffbelasteten Bauteilen“, sagte Rempfer.

Auf fünf Ebenen ist die Schule gebaut. In den ehemaligen Musiksaal wurde hinter Sichtbeton ein Aufzugschacht installiert. Der Lift wird alle Ebenen erschließen. Noch baumeln in den Klassenräumen im Obergeschoss große farbige Kabelrollen von Decke und Wand. Rempfer klatscht in die Hände – es hallt gewaltig. „Da müssen wir noch bisschen was machen, schallhemmende Elemente.“ Zum Schuljahr 2018 / 2019 soll die Sanierung abgeschlossen sein. „Wir versuchen, das hinzubekommen“, zeigte sich Rempfer zuversichtlich.

Baustelle 3: das Hallenbad

Kaum wiederzuerkennen ist das Hallenbad dieser Tage: Seit August wird das 1974 erbaute Bad für rund 5,5 Millionen Euro saniert – komplett, bis auf die Gebäudehülle. Im Herbst 2018 soll es wieder öffnen. „Das ist ein Projekt, das sehr gut funktioniert“, freute sich Bulander. Bei der Bauzeit liege man absolut im Soll, bestätigte der Stuttgarter Architekt Daniel Feil. 80 Prozent der Gewerke sind bereits vergeben. Bei den Kosten liege man etwas unterhalb der Berechnungen.

Die undichten Schwimmbecken sind zurückgebaut, sie werden durch Edelstahlbecken ersetzt. Im gesamten Gebäude staubt es gewaltig. „Wir haben angefangen mit Sandstrahlen“, erklärte Feil. Die Empore ist leergeräumt, hier kommt ein neues Dampfbad hin. Rund um die Becken werden die Wärmebänke erneuert. Verschwunden sind auch die Nebenräume, die Technik und die Umkleiden. Ein Teil der Umkleiden fällt künftig weg, stattdessen wird ein Kinderplanschbecken eingebaut. Das großflächige Felger-Keramik-Kunstwerk hinter den Sprungtürmen bleibt bestehen.

Im ehemaligen Schwimmerbecken stehend erläuterte Feil, wie die Arbeiten vor sich gingen und gehen. Die ersten Zentimeter Beton waren schadhaft und mussten entfernt werden - „unter Höchstdruck mit Atemschutz“. Anschließend muss der Stahl korrosionsgeschützt und Beton wieder aufgespritzt werden. Die bisherige Decke wird ersetzt durch eine Akustikdecke, bei der einzelne farbige Akzente gesetzt werden sollen. „Wir sind noch am Tüfteln“, so Feil. Er sei guten Mutes, dieses Jahr noch „das Dach runter zu kriegen“; im Winter könnte dann der Innenausbau beginnen.

Belsener Hochwasserschutz wohl im Mai fertig

Seit April wird das Hochwasserrückhaltebecken in Belsen gebaut. Etwa 3 Millionen Euro kostet das Projekt, fertig sollen die Baumaßnahmen im kommenden Mai sein. Um wiederkehrenden Hochwasserereignissen zu begegnen sei von 1951 bis 1963 der Buchbach teilweise verdolt worden, erklärt Bau-Bürgermeister Martin Gönner. Nach den Hochwasserereignissen von 1975, 1995 und 2007 wurden Rückhaltemaßnahmen geplant. 2011 wurde der Bau beschlossen.

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10.10.2017, 01:00 Uhr
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