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Wo die Stimme versenkt wird
Die badische Wahlurne. Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Urnen

Wo die Stimme versenkt wird

Was wäre die Wahl ohne Urne! Auf jeden Fall nicht mehr geheim. Also ist sie vorgeschrieben und das, wie Landeswahlleiterin Christiane Friedrich auswendig weiß, bis ins Detail: 90 Zentimeter hoch und im Innern 35 breit und tief, der Schlitz im abschließbaren Deckel zwei Zentimeter maximal: ein graues Behältnis nicht unähnlich einer Mülltonne. Am Wahlabend freilich mit dem wertvollsten Rohstoff der Demokratie gefüllt, den Stimmzetteln der Wählerinnen und Wähler.

03.03.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Deshalb wohl auch ließ sich der badische Ort Langenbrücken bei Bruchsal 1913 nicht lumpen und erwarb als Einzelanfertigung eine so repräsentative wie durable, weil aus Eichenholz geschreinerte, abschließbare Wahlurne. Leider eine glatte Fehlinvestition. Denn noch im selben Jahr hatte der Reichstag in Berlin mit Blick auf das Wahlgeheimnis verfügt, dass nur noch Großurnen zugelassen werden. Ins Langenbrückener Modell, ganze 38 Zentimeter hoch und 28 Zentimeter breit, passten die Wahlzettel nur übereinander gestapelt. Verbunden mit einer parallel geführten Wählerliste war die Stimmabgabe der Männer (erst mit der Weimarer Republik kam das Frauenwahlrecht) am Ende unschwer zuzuordnen.

Das schöne, wenngleich früh rechtswidrige und deshalb nutzlose Stück ist seit gestern Teil der Dauerausstellung des Hauses der Geschichte in Stuttgart. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter hatte gezielt gesucht und war mit Hilfe der Landeswahlleiterin fündig geworden. Denn zuvor schon hatte das Museum eine württembergische Wahlurne aus dem Jahr 1913 erhalten: einen ziemlich unansehnlichen Behälter aus schwäbischer Presspappe, wenn auch mit dem königlichen Wappen verziert. Wichtiger: Die Ausführung, die die Gemeinde Ersingen (heute Erbach/Alb-Donau-Kreis) auf Weisung des königlichen Oberamts anschaffte, entsprach den Berliner Vorschriften. Ergo taugte die Wahlurne als Wahlurne. Und das bis nach 1945. Dass es zwölf lange Jahre gar keine Wahl bei den Wahlen gab, war ihr nicht anzulasten.

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03.03.2016, 08:30 Uhr
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