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TV-Serien

„Wo bin ich hier gelandet?“

Marc Rissmann ist in der 8. Staffel „Game of Thrones“ dabei. Im Interview spricht der Berliner über Geheimhaltung am Set und Treffen mit George Lucas.

06.05.2019

Von JANA ZAHNER

Berlin. Von „SOKO Stuttgart“ zu „Game of Thrones“ (GoT): Der Deutsche Marc Rissmann (39) hat eine Rolle in der erfolgreichen Fantasyserie ergattert. GoT handelt vom Kampf um den fiktiven Eisernen Thron; Rissmann spielt Harry Strickland, den Anführer der Söldnertruppe „Goldene Kompanie“, die von Königin Cersei angeheuert wird.

Marc Rissmann spielt in „Game of Thrones“ Harry Strickland, den Anführer des Söldnerheers „Goldene Kompanie“. Mit dessen Hilfe will Königin Cersei (Lena Headey) den Kampf um den „Eisernen Thron“ von Westeros gewinnen. Foto: HBO/Helen Sloan

Seit dem 15. April erscheinen die Folgen der achten und letzten Staffel montags auf der Entertainment-Plattform Sky. Bekannt wurde GoT durch vielschichtige Charaktere, unvorhersehbare Wendungen und strikte Geheimhaltung. Auch Rissmann muss dichthalten, denn kein Zuschauer soll erraten, wie die Story endet. Wie es ist, Teil der eigenen Lieblingsserie zu sein, erzählt der Berliner trotzdem.

Wird Harry Strickland (Marc Rissmann) am Ende auf dem „Eisernen Thron“ sitzen? Der Berliner Schauspieler darf es nicht verraten. Foto: Oliver Hardt

Fällt Ihnen die Geheimniskrämerei schwer? Sie müssen wohl oft antworten: „Das darf ich nicht sagen.“

Marc Rissmann: Das fällt mir nicht schwer, ich habe viele Variationen für diesen Satz. Meine Freunde, die GoT schauen, haben gesagt: „Wehe, du verrätst etwas!“ Als ich die Rollenzusage bekommen habe, stand in der E-Mail, dass ich es niemanden erzählen soll. Ich dachte nur: Auch meiner Mutter nicht? (lacht)

Was haben Sie ihr erzählt?

Sie kannte GoT nicht, ich habe gesagt, dass ich einen Job bei einer ziemlich großen Serie habe. Ich habe aber auch nicht gleich alle Infos bekommen. Es ist gigantisch, welcher Aufwand betrieben wird, um alles geheim zu halten. Beim Dreh musste ich immer mit einem Regenschirm herumlaufen, damit die Paparazzi nicht von Kränen oder Bäumen aus mein Kostüm fotografieren.

Nach den Dreharbeiten für „Game of Thrones“ spielt Marc Rissmann in der Amazon-Serie „The Man in the High Castle“ mit. Foto: J. Engelbrecht

Schauen Sie jeden Montag GoT? Oder wissen Sie schon, was passiert?

Alter Schwede, ich fand die letzte Folge richtig gut! Ich schaue das wie jeder andere. Es wurde nichts vorher gezeigt, das ist Top Secret. Ich habe grobe Infos, was passiert, aber ich weiß nicht, wie es gemacht wurde, bin also auch neugierig. GoT habe ich schon vor der Rolle sehr gerne geschaut.

Was hat die Zusage für Sie bedeutet?

Die kam per E-Mail, als ich im Café saß. Ich musste fünf Mal lesen, bis ich es geschnallt hatte. Ich bin aus dem Café herausgeschwebt; der Kellner kam hinter mir her, weil ich vergessen hatte zu zahlen. Für einen Schauspieler ist das wie Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig. Wenn es etwas ist, das man selbst gern mag: umso schöner. Für mich ist das ein weiterer Karriereschritt. Zuerst Theater, dann Filmrollen im Inland, dann im Ausland.

Marc Rissmann spielt in „Game of Thrones“ Harry Strickland, den Anführer des Söldnerheers „Goldene Kompanie“. Mit dessen Hilfe will Königin Cersei den Kampf um den „Eisernen Thron“ von Westeros gewinnen. Foto: © 2019 Home Box Office

Was hat Sie am meisten am GoT-Set beeindruckt?

Wie viele Leute an einem Strang ziehen, um eine glaubhafte Welt zu erzeugen. Vom Fahrer bis zum Produzenten sind alle leidenschaftlich dabei. Ich glaube, dass die Macher etwas sehr Besonderes geschaffen haben. Und es ist total familiär. Man hat gemerkt, wie emotional es für alle Schauspieler war, nach zehn Jahren das letzte Mal miteinander zu drehen.

Sogar „Star Wars“-Erfinder George Lucas sind Sie begegnet …

Das hat mich wirklich umgehauen! Er war zu Besuch, um sich das Set anzusehen. Darauf war ich überhaupt nicht vorbereitet. „Wo bin ich hier gelandet?“, habe ich gedacht (lacht) .

Inwiefern haben sich Ihre Karrieremöglichkeiten durch Streamingdienste wie Netflix geändert?

Für mich ist es die beste Zeit, um Schauspieler zu sein, es wird viel im Ausland produziert. So ein Serienvertrag geht dann auch mal fünf, sechs Jahre, das ist schon ein besonderer Nervenkitzel.

Wie kommen Sie an Rollen?

Mein Agent schlägt mich für E-Castings vor. Dann bekomme ich einen Text zugesendet und ein Freund nimmt mich mit dem Smartphone auf. Das Video schicke ich nach New York, Los Angeles oder London.

Sie haben sich mit einem Handyvideo bei GoT beworben?

Die Kameras sind inzwischen so gut. Die technischen Möglichkeiten haben mir viel eröffnet. Solche Castings mache ich ein bis zwei Mal pro Woche.

Wo sehen wir Sie als nächstes?

„The Man in the High Castle“ ist eine ziemlich große Rolle. Da spiele ich den Obergruppenführer Wilhelm Goertzmann, den Gegenspieler von John Smith. In dem Kinofilm „Liberté“ habe ich eine Nebenrolle als Klaus Barbie.

Was macht eine interessante Rolle aus?

Ich mag gebrochene Figuren, deren Welt auf den Kopf gestellt wird, wie eine emotionale Achterbahn. Die um etwas kämpfen. Ich will nicht einfach nur vor der Kamera stehen und hübsch aussehen.

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Erstellt:
6. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Mai 2019, 06:00 Uhr

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