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Kultur

Wo Arbeitswelt auf Kunst trifft

Im Festival der Region Stuttgart wird das Verhältnis zu Wirtschaft und Industrie künstlerisch aufgearbeitet.

16.07.2018

Von Barbara Wollny

Künstler Niklas Roy arbeitet an seiner Winnender Wasserorgel. Foto: Niklas Roy.

Stuttgart. Ein Thema, das gut zu passen scheint für die wirtschaftsstarke Region Stuttgart: „Drehmoment“ heißt das neue Kunstfestival der Region, das vom 4. bis 28. Oktober stattfinden wird. Während bei der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren Lichtinstallationen gezeigt wurden, setzt sich das neue Festival mit den Industriebetrieben und ihrer Bedeutung für Lebens- und Arbeitswelt auseinander.

Dabei geht es nicht um sterbende und untergegangene Branchen wie im Ruhrgebiet, wo verlassene Zechen und Fabrikhallen zu Kulturzentren umfunktioniert wurden. Im Gegenteil: Die teilnehmenden Betriebe der Region sind quicklebendig und erfolgreich. „Drehmoment“ findet also im laufenden Betrieb statt.

35 Künstler werden in 22 Kommunen unterschiedliche Arbeiten wie Klanginstallationen, Filme, Theaterstücke oder Objekte präsentieren und dabei Bezüge zwischen der Arbeits- und der Kunstwelt herstellen. Natürlich wird es auch um Digitalisierung und Industrie 4.0 gehen. Daneben findet auch Gegenständliches seinen Platz wie ein Seifenbrunnen in Waldenbuch oder eine Wasserorgel in Winnenden. In Ditzingen werden gemeinsam mit dem ansässigen Steinmetzbetrieb Visionen für den Friedhof als sozialen Ort entwickelt.

„Unser Spektrum ist so vielfältig wie die Stuttgarter Industrielandschaft. Und es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, beschreibt der 1957 geborene Kurator Benjamin Heidersberger seine Arbeit und die seiner Künstler. Der Kunstmanager – er ist auch als Journalist, Künstler, Produzent, Komponist und Entwickler von Hard- und Software tätig – war schon Lehrbeauftragter an der Merzakademie und wohnt seit Anfang 2017 im Zentrum Stuttgarts. Dann nimmt er intensiv am Leben in der Stadt und ihrem Umland teil. „Ich erlebe Stuttgart dabei als eine wohlhabende, von der Automobil- und ihren Zulieferbetrieben geprägte Stadt, die ein phantastisches Kulturangebot bietet“, sagt der Kurator, der aus Wolfsburg stammt und dadurch Erfahrung mit Autostädten mitbringt, „wobei es an den Rändern gleich sehr viel bescheidener und ländlicher zugeht.“

Heidersberger sieht aber auch die Umbrüche, die bei Themen wie Mobilität, Wohnen, Arbeiten von den Städten zu bewältigen sind. „Kunst – Technologie – Gesellschaft. Diese Triade finde ich spannend“, erklärt Heidersberger. Sie wird auch im Zentrum der geplanten 28 Drehmoment-Arbeiten stehen. Das Projekt findet in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart statt und wird vom Regionalverband unterstützt.

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Erstellt:
16. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2018, 06:00 Uhr

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