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Wirtschaft und Politik schrauben am Auto von morgen
Greenpeace-Aktivisten haben in Stuttgart demonstriert. Foto: Sandra Gallbronner
Fahrzeugindustrie

Wirtschaft und Politik schrauben am Auto von morgen

Um Dreck und Staus zu reduzieren, arbeiten Regierung, Firmen und Gewerkschaften gemeinsam an einem Plan. Das gefällt nicht allen.

21.07.2018
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart. Die schöne neue Autowelt. Schon vor der Messehalle – direkt an der A8 – ist sie in Form eines Elektroautos zu sehen. Dieses parkt unter einer Art Baldachin, das es vor der Sonne schützt. Drinnen steht ein futuristisch aussehender Porsche im Scheinwerferlicht. Selbst Journalisten schießen Handyfotos. Der Daimler daneben mit blauer Lichtleiste entzückt auch Winfried Kretschmann, der von einem „sexy Design“ spricht. „Aber leuchtet der auch die Straße aus?“, schiebt der Ministerpräsident pflichtschuldigst nach. Antwort von Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Da können Sie von ausgehen.“

Die Rollen sind klar verteilt beim zweiten Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg, zu dem Kretschmann Vertreter von Autofirmen, Zulieferer, Energieunternehmen, Gewerkschaft und Umweltschutz eingeladen hat. Die Autobosse loben die Initiative an sich und ziehen nach über einem Jahr ein positives Resümee. Bosch-Chef Volkmar Denner – der genau in der Mitte des dichtgedrängt stehenden Podiums platziert wird – preist das Engagement seines Unternehmens mit alternativen Kraftstoffen einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und lobt ebenfalls die Landes-Initiative. Allein Roman Zitzelsberg, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg lobt zwar auch die „ganz hervorragende Initiative“, legt seinen Finger aber in die Wunde Batteriezellenfertigung, von der sich die Wirtschaft verabschiedet hat. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende der Umweltorganisation BUND, lobt die Initiative, will aber immerhin das Thema Mobilität globaler sehen und auf Fußgänger, Radfahrern und den öffentlichen Nahverkehr ausdehnen.

20 Mio. EUR wurden seit dem Start vor 14 Monaten ausgegeben. Etwa für zwölf Pilotprojekte wie einen Technologie-Kalender, der kleinere Unternehmen am Transformationsprozess beteiligen soll. Oder die Mittelstandsoffensive Mobilität, die Finanzierungslücken schließen muss. Das Projekt Safe könnte dazu führen, dass von 2019 an alle 10 Kilometer im Land eine Elektro- und alle 20 Kilometer eine Schnellladesäule steht. „Bei einem derart lang angelegten und komplexen Vorhaben wurde bisher vor allem in der Werkstatt geschraubt“, sagte Kretschmann.

Neu ist eine Absichtserklärung zur Erforschung regenerativ erzeugter synthetischer Kraftstoffe unter der Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie. „Auch Verbrennungsmotoren können dann umweltfreundlich mit null Emission betrieben werden“, sagt Kretschmann.

Das Auto wird anders sein, das Auto muss anders sein, da sind sich alle Beteiligten klar. „Wir werden nicht nur emissionslos und unfallfrei fahren, sondern auch stressfrei“, ist sich der Ministerpräsident sicher. „Es wird unsere Welt sauberer, sicherer und effizienter machen“, glaubt Zetsche. „Damit Baden-Württemberg auch künftig seinen Spitzenplatz einhalten kann“, ergänzt Porsche-Chef Oliver Blume.

Ändern muss sich dafür nicht nur die Technik, sondern auch das Wissen der Menschen. „Damit diese Transformation gelingt, ist die Qualifizierung ein Kernthema. Daimler hat deshalb ein Bündnis für Bildung initiiert.“ Software-Kompetenz sei nötig, die früher in den Unterricht einfließen müsse. Kretschmann sieht dies ebenso: „Die Arbeits- und Lebenswelt verändert sich rasant – das muss sich in den Bildungsangeboten widerspiegeln. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen egal welchen Alters im Privaten wie im Beruflichen nicht den Anschluss verlieren, wenn Mobilität sich zunehmend digital abspielt.“

Umweltschützer kritisierten dagegen den Schulterschluss zwischen Politik und Industrie. Am Rande des „Strategiedialogs“ gab es verschiedene Aktionen. Greenpeace-Aktivisten etwa hängten am Stuttgarter Bahnhofsturm ein Banner mit der Aufschrift „Sauber werden!“ an die Fassade und kombinierten den Mercedes-Stern auf dem Dach mit einem großen „N“ und einer „2“ zum Kürzel NO2 für den Schadstoff Stickstoffdioxid. (mit dpa)

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21.07.2018, 06:00 Uhr
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