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Zukunft ist jetzt

Wirtschaft setzt auf flexible Büros

Was brauchen Unternehmensgründer? Erst einmal einen Ort zum Arbeiten, findet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen und greift damit einen Trend auf: Das „Haus der Wirtschaft“ wird zur Anlaufstelle von Start-ups, Freiberuflichen und Kreativen.

19.07.2019

Von TEXT: Lisa Maria Sporrer|FOTO: Proxyclick Visitor Management System/Unsplash

Die Digitalisierung ist nicht nur ein Vorhaben der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, sie ist ein gesellschaftlicher Megatrend. Sie verändert die Art zu kommunizieren, zu konsumieren, zu informieren. Auch bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen ist Digitalisierung längst ein Dauerbrenner. Aber sie braucht neue Formen. „Wir müssen die Digitalisierung in die Breite bringen“, sagt Julian Warnke, IHK-Projektmanager für den Digital Hub in der Region. Deshalb wurden in Baden-Württemberg regionale Digitalisierungszentren eingerichtet, als Anlaufstelle für kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen.

„Besonders die junge Generation und Unternehmensgründer wollten wir dabei mit ins Boot holen“, sagt Warnke. Aber wie spricht man diese Zielgruppe an? Was brauchen Start-ups, Freiberufliche und Kreative? „Sie brauchen erst einmal einen Ort, an dem sie arbeiten können und dann die Möglichkeit zur Kommunikation und Vernetzung“, so Warnke. Deshalb richtet die IHK-Reutlingen im Reutlinger Haus der Wirtschaft ein Coworking Space ein, ein Arbeitsplatz, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Nutzer.

Die Wachstumszahlen lassen vermuten, dass es sich bei diesen flexiblen Büroflächen um mehr als nur einen Trend handelt: Seitdem Mitte des vergangenen Jahrzehnts die ersten flexiblen Arbeitsplätze im Silicon Valley in den Markt traten, ist auch in Deutschland eine spürbare Ausbreitung von Coworking-Arbeitsplätzen zu beobachten. Die Metropolen Berlin, Hamburg und München waren die ersten, die 2015 diese Geschäftsräume auf Zeit etablierten; mittlerweile gibt es auch in kleineren Städten die flexiblen Büroarbeitsplätze. Coworking ist aktuell eines der großen Themen am Büromarkt.

„Wir werden dieses Jahr drei Arbeitsplätze einrichten“, sagt Warnke. Aber das soll nur der Anfang sein. Bisher steht für das geplante Coworking Space der IHK nur das Erdgeschoss im Haus der Wirtschaft bereit. Das Obergeschoss ist, wegen des Neubaus der IHK-Zentrale in Reutlingen, erst ab dem nächsten Jahr verfügbar für das neue Konzept. Dann aber soll das gesamte Haus zu einem Coworking Space umfunktioniert werden. Neben Arbeitsplätzen ist ein Kreativraum geplant mit Sofa und Displays. Außerdem soll es Besprechungsräume geben. Geplant sind 15 Arbeitsplätze in drei Büroräumen.

Der Coworking Space in Reutlingen ist nur ein Baustein des Digitalisierungszentrums Neckar-Alb und Sigmaringen, einer von zehn Digital Hubs in Baden-Württemberg, die seit 2018 vom Wirtschaftsministerium gefördert werden. Der neue Hub geht auf den Förderaufruf des Landes zurück, der mit den Hubs Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und neue Arten der Zusammenarbeit fördern will.

„Wir haben uns bereits bestehende Konzepte in der Region angeschaut“, sagt Warnke über die Idee, einen Coworking Space einzurichten. „Da sind teils richtige Communities entstanden.“ Dass es auch in Reutlingen für diese Form des Arbeitens Bedarf gibt, davon ist Victor Pauls, IHK-Existenzgründungsberater, überzeugt. „Wir haben ja schon gesehen, dass es mit WeXelwirken in Reutlingen und dem Gründersaal in Tübingen Konzepte in dieser Richtung gibt, die super angenommen werden.“ Allerdings gebe es noch „extremes Potential nach oben“: Von den rund 3500 Gründern in der Region Neckar-Alb, wüsste nur ein Bruchteil von dieser Form des flexiblen Arbeitens. „Die meisten Gründer haben noch nie von Coworking Space gehört.“

Zehn Regionale Digital Hubs in BW

Zehn regionale Digital Hubs wurden im Rahmen des Digitalgipfels 2018 – Wirtschaft 4.0 BW bekannt gegeben, darunter das Digital Hub Neckar-Alb und Sigmaringen, das von der Industrie- und Handelskammer Reutlingen geleitet wird. Im Sinn einer regionalen Drehscheibe für Digitalisierung werden verschiedene Akteure der Digitalisierung in den regionalen Digital Hubs räumlich zusammengebracht, um den Erfahrungsaustausch und den Wissenstransfer zu stärken sowie Kunden- und Kooperationsbeziehungen aufzubauen. Das Wirtschaftsministerium fördert die regionalen Hubs finanziell.

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Erstellt:
19. Juli 2019, 00:58 Uhr
Aktualisiert:
19. Juli 2019, 00:58 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 00:58 Uhr

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