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Wird aus Deutschland eine Kriegsmacht?
Michael Hardt/Antonio Negri, Assembly. Die neue demokratische Ordnung. Campus Verlag, Frankfurt 2018. 412 Seiten. 34,95 Euro. Foto: Michael Hardt/Antonio Negri, Assembly. Die neue demokratische Ordnung. Campus Verlag, Frankfurt 2018. 412 Seiten. 34,95 Euro. Campus Verlag

Wird aus Deutschland eine Kriegsmacht?

20.07.2018

Einblick in ägyptische Gesellschaft (Peter Schuster)

Im Februar 2015 enthauptete die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen 21 koptische Christen. Der Autor Martin Mosebach reiste nach Ägypten, besuchte dort die Familien der getöteten Männer, traf offizielle Vertreter der koptischen Kirche, unter anderem Bischöfe und Priester. Er vermittelt mit seinem Buch einen eindrucksvollen Blick in die koptische Lebenskultur. Sie stellt einen Gegenentwurf zur Kultur des Tötens und des Abschlachtens dar, wie sie der IS oder die in Ägypten immer stärker werdende Muslimbruderschaft propagieren. Schmerzhaft intensiv schildert der Autor die Ermordung der 21 Christen durch den IS anhand des Videos, das der IS veröffentlichte. Er beschreibt, wie sie ihr Leben mit dem christlichen Zeugnis als Märtyrer beenden. Mosebach begeht nicht den falschen Weg, die Ermordeten als Helden zu verherrlichen. Als einfache Männer aus der koptischen Gesellschaft gerieten sie in die Fänge der IS Schlächter. Er verdeutlicht aber, dass für die ermordeten koptischen Christen die unsichtbare spirituelle Welt von höherer Bedeutung war als die materialistische Weltanschauung, die heute als letztgültige Wirklichkeit angesehen wird. Dies entspricht dem Denken in der koptischen Gesellschaft:“Dies hier ist keine Kirche in einer westlichen Gesellschaft. Kein Kopte in Oberägypten würde seinen Glauben verraten,“ teilt ein koptischer Bischof dem Autor mit. Das Buch veranschaulicht darüber hinaus durch viele Gespräche, wie die Menschen vor Ort die politische Lage in Ägypten einschätzen. So sind die Kopten und gemäßigten Muslime der Überzeugung, dass Ägypten ohne die starke Hand des Generals Abd al-Fattah al-Sisi im Chaos von Gewalt und Anarchie versinken würde. Vor allem nach dem Sturz Mubaraks im Jahr 2011 hätten die radikal-islamischen Muslimbrüder alles getan, um tiefe Gräben zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen und religiösen Gruppen in Ägypten aufzureißen, lautet deren Auffassung.

Nicht mit Kritik an den westlichen Kirchen spart Mosebach, denn die saturierten westlichen Kirchen und deren Oberhäupter haben bisher wenig bis gar nicht auf die Ermordung der koptischen Christen reagiert.

Martin Mosebach: Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer, Rohwolt Verlag 2018, Hamburg, 269 Seiten, 20 Euro.

Peter Schuster

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20.07.2018, 06:00 Uhr
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