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Wirbel um Kfz-Prüfdienste
Ein Mitarbeiter des Tüv Süd kontrolliert auf einem Prüfstand des Tüv in München den Unterboden und das Fahrwerk eines Autos. Foto: dpa
Verstoß gegen EU-Regelung: Dekra und Tüv müssen sich um eine neue Zulassung bemühen

Wirbel um Kfz-Prüfdienste

Fahrzeugbesitzer müssen ihr Gefährt regelmäßig einer Hauptuntersuchung unterziehen. Nun gibt es Wirbel um die Prüfdienste. Es geht um Normen, die Eichung von Messgeräten und Akkreditierungen.

28.12.2015
  • DPA

Berlin. Weil sie technische Vorgaben nicht umgesetzt haben sollen, ist für Prüforganisationen, die die Kfz-Hauptuntersuchungen machen, die Zulassung ausgesetzt worden. Anfang 2016 wollen Bund, Länder und Prüfdienste eine Lösung finden. Erteilte Plaketten behalten aber ihre volle Gültigkeit, teilen der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTüv) und das Bundesverkehrsministerium mit.

Worum geht es? Damit Prüforganisationen wie die Tüv-Gesellschaften oder Dekra eine Kfz-Hauptuntersuchung machen können, brauchen sie eine Akkreditierung. Diese erteilt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Die Zulassung wurde nun ausgesetzt. Die Akkreditierung ist eine der Voraussetzungen, um von den zuständigen Landesbehörden als Prüforganisation anerkannt zu werden.

Warum wurde die Zulassung ausgesetzt? Die Prüfgesellschaften sollen eine technische Anforderung nicht erfüllt haben. Dabei geht es um die Dokumentation der eingesetzten Messgeräte. Konkret laut DAkkS: um die "messtechnische Rückführung" von Prüfmitteln. Einzelheiten regelt die Vorschrift Iso 17020, deren Anwendung nach Angaben des Verkehrsministeriums international ab 2023 vorgesehen ist. Eine entsprechende EU-Norm wurde 2012 verabschiedet, es galt laut DAkkS eine Übergangfrist bis März 2015. Hintergrund ist laut Tüv-Verband, dass das deutsche Verfahren der Eichung von Messgeräten bei der Hauptuntersuchung nach EU-Regelung durch andere Dokumentationspflichten ersetzt werden muss.

Was ist eine Hauptuntersuchung? Alle Fahrzeuge mit einem amtlichen Kennzeichen in Deutschland müssen in regelmäßig überprüft werden, ob sie verkehrssicher sind und die Umweltstandards einhalten. Pkw müssen in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Bei bestandener Prüfung erhalten die Autofahrer eine Plakette, die am hinteren Kennzeichen des Fahrzeugs befestigt wird. Laut Tüv gibt es bei der Hauptuntersuchung bei fast zwei Drittel aller Pkw in Deutschland keine Beanstandungen. Jedes vierte bis fünfte Fahrzeug muss wegen erheblicher Mängel ein zweites Mal vorgeführt werden. Die Hauptuntersuchung wird von staatlich anerkannten Prüforganisationen wie zum Beispiel den Tüv-Gesellschaften, aber auch Dekra vorgenommen.

Was macht die Deutsche Akkreditierungsstelle? Sie vergibt Akkreditierungen, also Zulassungen, von Laboratorien, Inspektions- und Zertifizierungsstellen. Mit einer Akkreditierung bestätigt die DAkkS, dass diese Dienste ihre Aufgaben fachkundig und nach geltenden Anforderungen erfüllen. Die Stelle untersteht der Aufsicht des Bundes.

Welchen Stellenwert haben die Hauptuntersuchungen für die Prüfdienste? Immer noch einen großen. Der Fahrzeugmarkt in Deutschland allerdings gilt als gesättigt, es gibt kein großes Wachstum mehr - entsprechend ist es beim Fahrzeug-Prüfgeschäft. Deswegen haben die Prüforganisationen ihr Produktportfolio deutlich ausgeweitet, ebenso wie das internationale Geschäft. So werden neben Kfz auch Industrieanlagen, Satelliten oder Medizin- und Umwelttechnik geprüft. Der Tüv Nord macht im Industriegeschäft mehr Umsatz als im klassischen Geschäft mit Fahrzeug-Hauptuntersuchungen - ähnlich ist es beim Tüv Süd. Auch bei der Dekra wächst das Industriegeschäft stark. Insgesamt setzen die Prüfgesellschaften Milliarden um.

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28.12.2015, 08:30 Uhr
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