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Tradition

„Wir sind alt, aber nicht altmodisch“

Die Nürnberger Buchhandlung Korn & Berg besteht seit 488 Jahren. Digitale Technik gehört heute auch dazu.

18.06.2019

Von EPD

Gut bestückt: die Buchhandlung Korn & Berg. Foto: epd

Nürnberg. Der Buchladen Korn & Berg am zentralen Hauptmarkt in Nürnberg ist eine historische Besonderheit: „Wir sind Deutschlands älteste Buchhandlung“, sagt Inhaber Thomas Kistner stolz. Seit 1531 sei der lückenlose Geschäftsbetrieb belegt. Damals war der Buchdruck mit beweglichen Lettern eine junge Kunst, erfunden um 1440 von Johannes Gutenberg. Schnell verbreitete er sich auch in der einstigen Kaiserstadt Nürnberg.

Der geschichtsversierte Kistner erinnert daran, dass in der Reichsstadt die erste deutsche Papiermühle (1390) stand und auch die Schedelsche Weltchronik (1493) erschien. Das Malergenie Albrecht Dürer war drei Jahre vor Gründung der Buchhandlung gestorben. „Nürnberg war ein europäisches Gelehrtenzentrum.“

In diesem Umfeld baute ab 1531 der Buchhändler und Musikverleger Johann Ott sein Geschäft auf. Nach mehreren Wechseln erwarb Christian Heinrich Korn (1834) das Haus gegenüber der Frauenkirche. 1919 stieg Oskar Berg als Teilhaber ein. Kistner, selbst Spross einer Nürnberger Buchhändlerfamilie in vierter Generation, kaufte 2004 Korn & Berg.

Die Buchhandlung habe Renaissance und Neuaufbruch überstanden, die Umwälzungen der industriellen Revolution und den Beginn des Informationszeitalters, zählt Kistner auf: „Wir sind alt, aber nicht altmodisch.“ Das mittlerweile 488-jährige Bestehen sei ihm „Ansporn, sich immer wieder zu erneuern“. Dabei hilft ihm seine eigene Affinität zur Technik – und das neue Denken seines 36-jährigen Sohnes Philipp. Ihn hat der Vater früh ins Boot geholt, um den Generationenwechsel einzuleiten. Er will die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nutzen. Kunden können per WhatsApp ihre Bücher bestellen. Mit weiteren Social-Media-Kanälen soll eine junge Community aufgebaut werden, die ein Feedback auf Buchempfehlungen gibt und sich auch untereinander begeistert. Für den Sommer ist geplant, dass Leser Bilder von sich und Orten, an denen sie lesen, auf Instagram posten können. epd

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Erstellt:
18. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 06:00 Uhr

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