Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Deutsche Bahn

„Wir kämpfen weiter um jede Minute“

Konzernchef Lutz verspricht pünktlichere Züge. Die Fahrgastzahlen steigen.

26.07.2018

Von DOROTHEE TOREBKO

800 Baustellen täglich koordiniert die Bahn. Foto: Uli Deck

Berlin. Deutlich mehr Fahrgäste, aber riesige Problem beim Güterverkehr und weniger gewinnbringend als geplant: Die Deutsche Bahn hat am Mittwoch eine gemischte Halbjahres-Bilanz gezogen. Ein Thema lässt den bundeseigenen Konzern dabei seit Jahren nicht los – und bringt Kunden auf die Palme: Pünktlichkeit.

„Uns schreiben regelmäßig Fahrgäste, wie frustriert sie sind. Sie verpassen ihren Zug um wenige Minuten, kommen zu spät zur Arbeit und müssen sich dann erklären“, bedauert Peter Cornelius vom Fahrgastverband Pro Bahn. Seine Eindrücke schlagen sich in Zahlen nieder. Im Schnitt rollten 77,4 Prozent der Züge pünktlich in den Bahnhof ein – 2017 waren es noch 1,1 Prozentpunkte mehr.

Das nervt auch Bahnchef Richard Lutz. „Wir sind nicht zufrieden. Aber wir kämpfen weiter um jede Minute“, sagte er in Berlin. Ein Zug gilt als verspätet, wenn er mindestens sechs Minuten nach der Fahrplanzeit ankommt. Ursprünglich strebte das Unternehmen eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 82 Prozent an, hat diese jetzt auf 80 Prozent korrigiert. Der Grund dafür sind laut Lutz die vielen Baumaßnahmen. 800 Baustellen koordiniert die Bahn pro Tag.

Doch das ist nicht das einzige Problem. An Knotenpunkten in Köln, Frankfurt und Hamburg sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Wenn dort ein Zug verspätet ist, wirkt sich das gleich auf andere Strecken aus, erklärt Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla. Die Lösung: Die Bahn investiert zusätzlich 100 Mio. EUR. Diese fließen in ein Lagezentrum Pünktlichkeit und die Digitalisierung der Schiene.

Geringerer Gewinn

Das Investitionspaket ist auch der Grund, weshalb der Gewinn nicht so hoch ausfällt wie geplant. 2018 wird nur noch mit einem Betriebsgewinn von 2,1 Mrd. EUR statt wie bisher mindestens 2,2 Mrd. EUR gerechnet. Im ersten Halbjahr ist er um 17 Prozent auf 974 Mio. EUR zurückgegangen, der Umsatz hingegen stieg um 2 Prozent auf 21,5 Mrd. EUR. Die Güterverkehrstochter DB Cargo rutschte weiter in die roten Zahlen und verzeichnete ein Minus von 6,7 Prozent bei der Verkehrsleistung.

Trotz der Probleme sind Reisen mit der Bahn immer beliebter – vor allem der Fernverkehr boomt. Von Köln nach Berlin, von Hamburg nach München fuhren 70 Mio. Kunden im ersten Halbjahr. Das entspricht einem Plus von 2,6 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Das reicht aber nicht, wenn die Bahn bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln will. Dorothee Torebko

Zum Artikel

Erstellt:
26. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2018, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+