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Gesundheit

„Wir kämpfen um jeden Tropfen“

Das Klinikum Ludwigsburg setzt bei Operationen so wenig Fremdblut wie möglich ein.

27.03.2017

Von UWE ROTH

Setzt Blut sparsam ein: Goetz Geldner. Foto: Alexander Tsongas

Ludwigsburg. Blut – „das ist mein Thema“, sagt Professor Götz Geldner. Der Ärztliche Direktor am Klinikum Ludwigsburg Geldner achtet darauf, dass bei Operationen Patienten so wenig Fremdblut wie nur möglich verabreicht wird. „Wir kämpfen um jeden Tropfen“, sagt er. Hinter der Sparsamkeit steckt eine noch junge wissenschaftliche Methode. Sie nennt sich Patient-Blood-Management (Patientenblut-Management), kurz PBM. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass der menschliche Organismus Blutmangel aus eigener Kraft sehr viel besser ausgleichen kann als früher angenommen.

Hinzu kommen Studien, die ergaben, dass Fremdblut das Immunsystem des Patienten mitunter so stark angreift, dass sich sein Gesundheitszustand nach einer Operation verschlechtert statt verbessert. Geldner selbst hat festgestellt, „wenn bei Tumoreingriffen weniger Fremdblut eingesetzt wird, gibt es weniger Probleme.“ Die PBM-Methode hat das Klinikum Ludwigsburg vor zwei Jahren von der Universitätsklinik Frankfurt übernommen, die eine Pilotfunktion in Deutschland hat. „In Baden-Württemberg waren wir mit die ersten“, berichtet Geldner und bilanziert, dass der Bedarf an Transfusionen im OP-Bereich um „20 bis 30 Prozent“ gesunken sei.

In den Krankenhäusern Ludwigsburg, Marbach, Bietigheim, Vaihingen (geschlossen Ende 2015) und Markgröningen wurden im Jahr 2013 rund 15?120 Blutkonserven verbraucht. Im vergangenen Jahr waren es etwa 11?550, knapp 3600 Blutkonserven weniger. Innerhalb der Klinikholding wird das PBM-Modell in Ludwigsburg und Markgröningen betrieben, soll aber nach Geldners Angaben auf Bietigheim und Mühlacker ausgeweitet werden.

Wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Eigenproduktion ist, dass beim Patienten kein Eisenmangel vorliegt. Eine weitere Methode ist die Rückführung von eigenem Blut während der OP, das dem Patienten zuvor abgenommen worden war. Aber auch bei einem nichtplanbaren Eingriff, wie den nach einem Unfall, werden weniger Blutkonserven verwendet als früher. Moderne Medikamente vermindern den Blutverlust. Uwe Roth

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Erstellt:
27. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. März 2017, 06:00 Uhr

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