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Erdbeben

„Wir haben Durst, helft uns!“

In Mexiko liegen noch Menschen lebend unter Trümmern. Ganze Wohnblocks sind in sich zusammengefallen, in einer Grundschule sterben Kinder und Lehrer.

21.09.2017
  • TOBIAS KÄUFER

Mexiko-Stadt. Die Helfer graben mit den Händen. Immer wieder die Aufforderung „Ruhe!“, damit Klopfzeichen oder Hilfeschreie von tief unter den Trümmern gehört werden können. Menschen bilden Ketten, um Trümmer wegzuräumen und Hilfsgüter heranzuholen. „Wir schätzen, dass noch zwischen 30 und 40 Menschen in den Trümmern gefangen sind“, sagte Marinesprecher José Luis Vergara dem Fernsehsender Televisa. „Wir hören aber Stimmen, einige sind noch am Leben.“

Mexiko erlebt wieder einmal an einem 19. September den Alptraum: Exakt am 32. Jahrestag des Bebens vom 19. September 1985, bei dem 10 000 Menschen ums Leben kamen, wird Mexiko-Stadt von einem schweren Erdstoß heimgesucht. Zwei Erdbeben an einem 19. September, beide mit verheerenden Folgen. Was für ein grausamer Zufall.

Diesmal hat es eine Stärke von 7,1, sein Epizentrum liegt unweit der Stadt Puebla im Bundesstaat Puebla. Zahlreiche Kirchen sind eingestürzt, herabfallende Kirchtürme begruben rund 15 Gläubige unter sich. Häuser fielen in sich zusammen, zum Teil ganze Wohnblocks, es traf in Mexiko-Stadt vor allem ein wohlhabenderes Viertel. Andere Häuser explodierten, weil sich austretendes Gas entzündete.

Kein Strom, kein Internet

Dramatisch ist die Situation an der Schule Enrique Rebsamen in Mexiko-Stadt. Sie klappte in sich zusammen, 21 Kinder und vier Erwachsene sterben. Doch es gibt auch kleine Wunder. Victor wird aus den Trümmern gerettet. Er ist mit dem Kopf und einer Schulter eingeklemmt, ehe ihn ein Soldat befreit. „Ich habe Durst“, sind die ersten Worte, die das Kind nach seiner Rettung spricht, berichtet die Tageszeitung „El Universal“.

Weil Strom und Internet zusammenbrechen, ist die Ungewissheit der nächste Feind, den es zu besiegen gilt. Als der Mitteilungsdienst WhatsApp auf den Handys erstmals wieder aufpoppt, kommt es zu herzergreifenden Szenen. „Mir geht es gut, wir haben Durst, helft uns“, schreibt die junge Fatima ihren Eltern. Fatima ist offenbar mit vier Mitschülern unter den Trümmern eingesperrt. Die Eltern hatten seit sechs Stunden nichts von ihr gehört. „Meine Tochter lebt!“, ruft die Mutter Perla aufgeregt. „Helft ihr bitte, meine Tochter lebt, Dank Gottes Hilfe.“

Der Tag hatte mit einer Gedenkveranstaltung an das Beben von vor 32 Jahren begonnen. Damals starben mehr als 10 000 Menschen. Der Bürgermeister von Mexiko-City, Miguel Angel Mancera, hatte noch am Morgen gesagt: „Heute ist Mexiko-Stadt besser vorbereitet.“ Der Veranstaltung schloss sich eine der vielen Erdbebenübungen an, mit denen die Bevölkerung für Notfälle trainiert werden soll.

Zweieinhalb Stunden später bebte die Erde wieder. Mehrstöckige Gebäude sackten in sich zusammen, als bestünden ihre Mauern aus nichts Härterem als gebackenem Sand.

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21.09.2017, 06:00 Uhr
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