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Literatur

„Wir buhlen um die Zeit der Leute“

Die Buchbranche steht vor neuen Aufgaben. Worum es geht, erläutert Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller.

12.10.2019

Von DPA

Heinrich Riethmüller ist selbst Buchhändler. Foto: Claus Setzer/Börsenverein des Deutschen Buchhandels/dpa

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse sieht der scheidende Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller (63), für die Branche Licht am Horizont. Er ist Inhaber der Osianderschen Buchhandlung in Tübingen.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihre Amtszeit seit 2013 zurück?

Heinrich Riethmüller: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Mit einem weinenden, weil ich eine interessante Tätigkeit ausüben durfte und viele interessante Menschen treffen konnte. Mit einem lachenden, weil ich wieder mehr Zeit für den eigenen Betrieb habe und für andere Dinge, die zu kurz gekommen sind, zum Beispiel Reisen.

Was sind die größten Herausforderungen für die Buchbranche?

Da ist zum einen die Konzentration, dass kleinere Buchhandlungen und Verlage aus wirtschaftlichen Gründen von größeren übernommen werden. Das andere Thema ist die Medienkonkurrenz: Wir buhlen um die Zeit der Menschen. Es gibt ja neben dem Lesen verstärkt digitale Alternativangebote, mit denen wir in Konkurrenz stehen.

Sie sind Buchhändler, welche Herausforderungen sehen Sie für die Buchhandlungen in Deutschland?

Wir werden am größten Wettbewerber gemessen, und das ist Amazon. Amazon macht als Online-Händler einen verdammt guten Job. Wir müssen schauen, dass wir darauf gute Antworten finden. Gelungen ist uns das zum Beispiel mit dem Reader Tolino, der unabhängigen Alternative zum Kindle von Amazon. Es wird in Zukunft mehr solcher Kooperationen geben müssen.

Wie stoppt man den Leserschwund?

Im Jahr 2018 ist die Zahl der Buchkäufer wieder um 300 000 gestiegen. Ob das eine Trendwende ist, weiß ich nicht, aber es geht langsam wieder aufwärts. Wir haben die Abwärtsspirale aufhalten können, weil wir uns intensiv Gedanken gemacht haben, wie wir Leser zurückgewinnen können. Da passiert eine ganze Menge.

Ist ein gemeinsamer Dachverband für Verlage, Buchhändler und Zwischenhandel die beste Lösung?

Ja, unbedingt. Dass wir drei Sparten vereinen und mit einer Stimme sprechen, ist ein Vorteil. Damit werden wir in der Politik und in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen. dpa

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Erstellt:
12. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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