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Donaueschingen

Wildes Getümmel und leise Klagen

Die viel beschworene Krise der neuen Musik? Nichts davon ist in Donaueschingen zu spüren. So gut wie ausverkaufte Hallen und viel junges Publikum.

19.10.2015
  • OTTO PAUL BURKHARDT

Donaueschingen Wo traf sich die nachwachsende Szene? Bei der "Theorieoper" am Stadtrand. Dort mischten sich Musik, Performance und Theorie - locker, mit viel Selbstironie und gern mal durchgeknallt. Die "Theorieoper"-Besucher wurden bei den Donaueschinger Musiktagen über Monitore mit Infos versorgt - so wurden am Samstag laut Umfrage 23 "ergriffene Zuschauer" gezählt und 81 "gelangweilte" (Bericht folgt).

Doch zurück auf Null, zum Festivalauftakt mit dem SWR Sinfonieorchester unter Peter Eötvös. Da prallten Gegensätze aufeinander. Johannes Kreidler, Liebling der Jüngeren, enttäuschte: Sein Opus namens "TT1" fällt durch rasante elektronische Tonwiederholungen auf, die schön perlen, aber nerven können. Richard Ayres kombiniert Orchester und Elektronik mit britischem Humor: Sein Werk "No. 48 (night studio)" klingt wie ein Comic-Strip, wie eine Collage aus karikierten Klischees: betuliche Adagios, schmissige Schlüsse, klingelnde Handys.

Im Vorjahr wurden noch Luftballons verteilt mit der Aufschrift "Die Orchester-Fusion muss platzen!" 2015 ist der Widerstand verebbt. Somit trat das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg zum letzten Mal (!) bei den Musiktagen auf. Wer wollte, konnte bei Yoav Pasovsky Bezüge zum Thema herstellen: Der Israeli lässt in "Pulsus alternans" zwei Orchestergruppen nebeneinander agieren.

Auch in Johannes Boris Borowskis Orchester-Opus "Sérac" - so heißen einsturzgefährdete Gletschereis-Türme - ist was los. Wildes Getümmel, schrille Holzbläser, heftig irrlichternde Dramatik. Bis Stille einkehrt und die Solovioline nur noch zage Fragmente von sich gibt - ein berührender Moment.

Und sonst? Björn Gottstein, als künstlerischer Leiter Nachfolger des verstorbenen Armin Köhler, kündigte es an: Es gab erstmals Sicherheitskontrollen, was der mexikanische Aktionist Mario de Vega nutzte, um "zur kritischen Auseinandersetzung" aufzufordern. Er hatte eigentlich die "Klangkunst"-Performance "Auto" geplant: Über eine Audio-CD hätten Fahrzeugbesitzer dem Künstler erlauben können, per Fernsteuerung etwa den Motor an- und auszuschalten. Gedacht "als Überfall auf das Sicherheitssystem spezifischer Automarken", wäre das eine brisante Sache geworden angesichts des aktuellen VW-Skandals. "Aufgrund erheblicher rechtlicher Bedenken", hieß es, konnte das Projekt "leider so nicht umgesetzt werden". Es gab ja realisierte "Klangkunst": Mario Verandi etwa ließ philosophische Texte verlesen - zum Ticken von Schwarzwälder Kuckucksuhren. . .

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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