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Wiesn 2017: Streit um Bierpreis
Die Eintracht ist Vergangenheit: OB Dieter Reiter (l) und Wiesn-Chef Josef Schmid. Foto: Foto: dpa
Volksfest

Wiesn 2017: Streit um Bierpreis

Wie teuer darf die Maß Bier heuer sein? Diese Frage entzweit derzeit die Münchner Kommunalpolitik.

22.03.2017
  • DPA

München. Der Bierpreis auf dem Oktoberfest ist in München alljährlich ein Politikum. Doch dieses Jahr ist über den Preis für den Liter Gestensaft ein Zank mit den Wirten ausgebrochen, der die ganze Stadt beschäftigt und auch das Rathaus erschüttert. Wiesn-Chef Josef Schmid will den Höchstpreis für die Maß für drei Jahre bei 10,70 Euro einfrieren, dem Höchstpreis des Vorjahres. Das bringt die Wirte zum Kochen – und hat zusätzlich die Stimmung zwischen SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter und seinem CSU-Vize abgekühlt.

Der Bierpreisdeckel ist Teil von Schmids Wiesn-Reform, die vor allem die Wirte trifft. Über eine Umsatzpacht will er ihnen tiefer in die Tasche greifen und die Millionen herausholen, die er für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen auf der Wiesn wegen der Terrorgefahr braucht. Als Ausgleich für die Wirte will er die Wiesn einen Tag verlängern.

Vergangene Woche verdonnerte OB Reiter seinen Stellvertreter, den Konflikt mit den Wiesn-Wirten rasch zu lösen. Schmid solle „unverzüglich“ alle Beteiligten zu einem sachlichen Gespräch an den Tisch holen. „Die Art und Weise der derzeit ausschließlich über die Medien geführten Auseinandersetzung ist unwürdig, nicht zielführend und schadet dem Ansehen der Stadt München“, warnte der OB. Schmid konterte, er brauche weder Nachhilfe in Dialogfähigkeit noch sonstige Hinweise, „mit wem ich wann zu sprechen habe“. Wenn sich „unser Kooperationspartner“ zu seinen Vorschlägen äußere, erwarte er zumindest, dass er inhaltlich Stellung beziehe.

Reiter war Schmids Vorgänger als Wiesn-Chef; bei der Kommunalwahl konkurrierten die beiden um den Chefsessel im Rathaus. Nun arbeiten sie zusammen, weil es für die SPD allein zum Regieren nicht mehr reichte. Nicht zum ersten Mal geraten die Bündnispartner, die ohnehin nicht ganz leicht zusammenfanden, wegen der Wiesn aneinander. Im vergangenen Jahr brachte Schmid zunächst wegen der SPD seinen Plan nicht durch, die Wiesn mit mobilen Zäunen absperrbar zu machen. Unter dem Eindruck des Amoklaufes wurden die Zäune dann doch angeschafft.

Schmids Bierpreisvorschlag stößt bei den Wiesnfans offenbar auf Wohlwollen. Doch er hat Tücken. Eine behördlich verordnete Preisgrenze habe nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun, sondern sei Populismus, hatte Wirtesprecher Toni Roiderer den Vorschlag gegeißelt. „Das schützt nur den Biertrinker.“ Familien müssten womöglich tiefer in die Tasche greifen, weil Hendl, Würste und Brezen umso teurer werden könnten. dpa

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22.03.2017, 06:00 Uhr
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