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Deutsche Bank

Wieder in den roten Zahlen

Trotz eines neuerlichen Jahresverlustes zahlt das Institut eine Milliarde Euro an Boni.

03.02.2018
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Der Verlust der Deutschen Bank ist mit einer halben Milliarde Euro im vergangenen Jahr deutlich höher ausgefallen, als das Management noch vor vier Wochen angedeutet hatte. Damals war die Rede von einem „geringen“ Minus. 2017 ist das dritte Verlust-Jahr des größten deutschen Geldhauses in Folge. Trotzdem bekommen die Investmentbanker einen Bonus. Dass es mehr als 1 Mrd. EUR sein sollen, bestätigte Vorstandschef John Cryan gestern auf der Jahres-Pressekonferenz allerdings nicht.

Der Bonus sei eine „einmalige Investition“, um den Investmentbankern die Chance zu geben, die Marktposition der Bank zu sichern und auszubauen. Ob die Aktionäre eine Dividende erhalten, ist noch offen. Cryan deutete aber an, dass sie wieder bei 19 Cent wie im vergangenen Jahr liegen dürfte. Wegen des erneuten Verlustes rutschte der Kurs der Aktie zeitweise um 6 Prozent ab.

Künftig sei ein ähnlicher Bonus wie für 2017 nur bei einem entsprechenden Geschäftserfolg zu rechtfertigen, bekräftigt Cryan. „Die Bezahlung unserer Mitarbeiter wird sich konsequent am Geschäftserfolg unserer Bank orientieren.“ Man müsse aber wettbewerbsfähig bezahlen, wenn man sich dem Wettbewerb stellen wolle, sonst würden gute Mitarbeiter gehen, ergänzt Co-Chef Marcus Schenck, der die Investmentbank leitet.

Offen ist, ob der Vorstand in diesem Jahr einen Bonus erhält. Das sei die Entscheidung des Aufsichtsrates. Obwohl man erstmals seit 2014 wieder vor Steuern einen Gewinn in Höhe von 1,3 Mrd. EUR eingefahren und – Belastungen durch die US-Steuerreform von 1,4 Mrd. EUR ausgeklammert – einen Überschuss von fast 1 Mrd. EUR verbuchte, ist auch das für den Vorstandschef zu wenig. „Aber ein solches Ergebnis hätte sichtbar gemacht, wo wir heute wirklich stehen. Es würde zeigen: Wir haben aufgeräumt. Und wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Cryan.

Für das erneut schlechte Ergebnis machen die Chefs Sondereffekte verantwortlich – unter anderem das schlechte Umfeld am Kapitalmarkt im vierten Quartal. Das betrifft das so genannte Investmentbanking. Vor allem das Geschäft des einstigen Goldesels – der Handel mit Anleihen und Währungen – brach ein: um 29 Prozent. Der Aktienhandel ging um 25 Prozent zurück. Damit litt die Deutsche Bank stärker unter den ruhigen Kapitalmärkten als viele Konkurrenten.

Weniger für Rechtsstreitigkeiten

Die Erträge und damit der Umsatz der Bank sackten um 19 Prozent ab, unter dem Strich stand ein Verlust von 2,2 Mrd. EUR. Allerdings verbuchte das Institut auch im gesamten Jahr bei den Erträgen ein Minus von 12 Prozent auf 26,4 Mrd. EUR. Aufwendungen für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten spielten mit 200 Mio. EUR eine untergeordnete Rolle.

Die Ergebnisse der einzelnen Sparten waren erneut ernüchternd. Der Vorsteuer-Gewinn der Investmentsparte sank um die Hälfte auf 877 Mio. EUR. Die Privatkunden- und Firmenkundensparte musste sogar Einbußen von mehr als 1 Mrd. EUR auf nur noch 382 Mio. EUR hinnehmen, unter anderem weil Beteiligungen in China und Polen verkauft wurden. Dafür konnte die Vermögenssparte ihren Vorsteuergewinn nach dem Verlust im Vorjahr um 900 Mio. auf 725 Mio. EUR steigern.

Die Deutsche Bank hat weiter mit den Kosten zu kämpfen. Belastungen resultieren etwa aus der Schließung von 190 Filialen und dem Abbau von weltweit 9000 Stellen, davon 4000 in Deutschland bis Ende dieses Jahres. Das Ziel werde in jedem Fall erreicht, sagt Privatkunden-Vorstand Christian Sewing.

Trotz des Verlustes sieht der Vorstand die Bank auf dem richtigen Weg, auch die Investmentbank. Hinter den US-Banken sei sie die beste europäische Bank. Mit der Zusammenführung der Privat- und Firmenkundensparte der Deutschen Bank und der Postbank entstehe das größte Institut in Deutschland mit mehr als 20 Mio. Kunden. Auch der für das Frühjahr geplante Teil-Börsengang der Vermögensverwaltungssparte (DWS) sei auf gutem Weg.

Der Deutsche Bank-Chef, der seinen Vertrag bis 2020 erfüllen will („Ich genieße den Job, er ist heute viel angenehmer als vor zwei Jahren“), erwartet ein „erfolgreiches“ Geschäftsjahr und rechnet mit einem Gewinn auch nach Steuern. Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende seien geschaffen. Analysten rechnen mit einem Netto-Überschuss von 1,7 Mrd. EUR.

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03.02.2018, 06:00 Uhr
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