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Biafra

Wieder eigener Staat in Nigeria?

In Nigeria streben die Igbo, einer der größten Stämme, nach Unabhängigkeit. Sie wollen die Republik Biafra zurück, die es von 1967 bis 1970 schon gab.

16.03.2016
  • ULRIKE SCHLEICHER

Abuja. An Biafra erinnert sich kaum noch jemand. Die Älteren vielleicht, weil die Welt Ende der 60er Jahre verfolgen konnte, wie dort hunderttausende Menschen starben. Der Krieg zwischen den Igbo, einem Stamm, der 1967 die Republik im Süden Nigerias ausrief, und dem Rest des Landes endete in einer Katastrophe: Durch eine Blockade starben die Menschen an Hunger. Fotos von Kindern mit aufgeblähten Bäuchen waren das Synonym für die Region. 1970 kapitulierte Biafra und wurde wieder in Nigeria eingegliedert.

Auch Ray Chineke gehörte zu diesen Kindern. Der große Mann kam vor 20 Jahren nach Deutschland und handelt mit exotischen Fruchtsäften in Karlsruhe. Er, Ezennaya Ogidi, ebenfalls aus Karlsruhe sowie Francis Onyia aus Ulm gehören zum Stamm der Igbo. Sie kämpfen zusammen mit Stammesmitgliedern hier und in der Heimat darum, dass Biafra wieder unabhängig wird. "Wir haben nichts mit Nigeria zu tun", sagt Chinke. Sie seien Christen, hätten eine andere Sprache, eine andere Kultur: "Wir haben nicht einmal das gleiche Essen." Nicht nur das - die Igbo würden von der nigerianischen Regierung verfolgt. Einer ihrer Führer wurde in Nigeria verhaftet. Man zwinge die Menschen zum Islam zu konvertieren und Pogrome an den Igbo seien üblich, sagt Chinke. Erst Anfang Februar sei wieder ein Massengrab in der Nähe der Stadt Aba gefunden worden. Die radikal-islamische Boko Haram verschärfe die Situation zudem.

Bislang finden die Igbo kein Gehör. Ogidi erzählt, Delegationen seien in Brüssel, von den Vereinten Nationen und auch von der deutschen Kanzlerin abgewiesen worden. Ein Fehler, wie die drei sagen: "Zum einen sind 90 Prozent der Flüchtlinge hier Igbo und würden wieder zurück gehen." Zum anderen: "In unserer Heimat wird die Jugend immer wütender." Der perspektivlose Alltag, der Druck suche sich ein Ventil und könne sich zu einem Bürgerkrieg entwickeln. "Dann kommen noch mehr Flüchtlinge." Dass die nigerianische Regierung einem Referendum zustimmt, ist unwahrscheinlich. Dort, wo einstmals die Republik Biafra existierte, liegen die Erdölvorkommen. An ihnen bereichern sich wenige, die Bevölkerung stirbt aufgrund der massiven Umweltverschmutzung.

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16.03.2016, 08:30 Uhr
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