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Wieder Wirbel um den AfD-Abgeordneten Räpple
Umstritten: Stefan Räpple (AfD). Foto: Christoph Schmidt/dpa
Landtag

Wieder Wirbel um den AfD-Abgeordneten Räpple

Angebliche Mutmaßungen zum Tod eines Grünen-Politikers beschäftigen die Spitze des Parlaments.

14.04.2018
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Als letzter Redner eines langen Plenartags trat am Mittwoch der AfD-Abgeordnete Stefan Räpple ans Mikrofon. Seine Fraktion hatte die „Genderforschung“ auf die Tagesordnung gesetzt. Räpple nutzte die Gelegenheit, um steile Thesen zu verbreiten – und Abgeordnete anderer Fraktionen zu beleidigen. Ziel des „Gender-Mainstreams“ sei eine „sexuell orientierungslose und identitätslose Gesellschaft“ und „die Zerschlagung der Familien“. Denn daraus entwickelten sich orientierungslose Kinder, schleuderte Räpple den Politikern von Grünen, CDU, SPD und FDP entgegen, „die als zukünftige Untertanen und als Stimmvieh für Sie fettgefressene Politiker und als Sklaven der Wirtschaft dienen“.

Es war nicht das erste Mal, dass Räpple auffiel. Er hat andere Abgeordnete auch schon als „Volksverräter“ bezeichnet und sich sogar Disziplinarmaßnahmen der eigenen Fraktion eingehandelt. Räpple hat als einziger die nach der Wiedervereinigung der teilweise gespaltenen Fraktion erneuerte Präambel der Fraktionssatzung nicht unterschrieben, in welcher sich die Fraktion vom Antisemitismus distanziert

Nun beschäftigen den Landtag angebliche Äußerungen Räpples zum Tod eines Grünen-Politikers, die möglicherweise strafrechtlich relevant sein könnten. Das Präsidium des Parlaments hat sich bereits zweimal mit dem Vorgang befasst. Grünen-Fraktionsvize Uli Sckerl spricht von einem „ungeheuerlichen Vorgang, der Konsequenzen haben muss“.

Auslöser der Irritationen ist ein Auftritt Räpples beim Landesschülerkongress Ende Januar. Im Gespräch mit Schülern soll der AfD-Politiker auf den Tod eines Grünen-Abgeordneten zu sprechen gekommen sein. Dieser war Ende 2016 unter tragischen Umständen offenbar durch Suizid ums Leben gekommen. Nach Berichten von Schülern soll Räpple einen Grünen-Spitzenpolitiker und ein Landesunternehmen mit dem Todesfall in Verbindung gebracht und zumindest in Frageform deren mögliche Verantwortung thematisiert haben. Die Schüler berichteten davon Vertretern anderer Parteien. „Es liegen Aussagen von Beteiligten vor“, bestätigte Sckerl.

Der Fall beschäftigt die AfD offenbar schon länger. In einer internen WhatsApp-Gruppe streuten bereits kurz nach der Trauerfeier Ende 2016 mehrere AfD-Abgeordnete Zweifel an der offiziellen Darstellung des Todesfalls. Räpple schrieb damals, die Sache sei „äußerst mysteriös“.

Der AfD-Politiker selbst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete er einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“, die den Vorgang publik gemacht hat, als „Ente“. AfD-Fraktionschef Bernd Gögel sagte: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen.“ Roland Muschel

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14.04.2018, 06:00 Uhr
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